Monatsarchiv: November 2012

Moody’s stuft ESM und EFSF von Aaa auf Aa1 herab

Nach der Herabstufung von Frankreich nun wirklich keine Überraschung mehr. Immerhin ist der zweitgrößte Garantiegeber für den ESM und EFSF seit einiger Zeit auch nicht mehr mit der Bestnote Aaa versehen.

Und nur Deutschland (etwa 27% der Garantien) und die weiteren kleinen Aaa-Länder der Eurozone (Finnland und Österreich) können das Gesamtrating nicht mehr retten, vor allem weil andere größere Länder (Italien, Spanien) weit unterhalb der Bestnote liegen …

Keine gute Nachricht, aber eben auch eine mit Null Überraschungsmoment.

Schlaft also ruhig ruhig 😉

Moody’s downgrades ESM to Aa1 from Aaa and EFSF to (P)Aa1 from (P)Aaa, maintains negative outlook on ratings

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Was wirklich über den Aktienkurs von Apple in der Zukunft entscheidet

Im Blicklog gibt es eine Analyse über die mögliche wirtschaftliche Entwicklung von Apple, v.a. auch in Hinblick auf die Aktie. Diese ist ziemlich lang und ich stimme auch fast allen Überlegungen daraus zu. 

Kann die Erfolgsgeschichte bei Apple weitergehen?

Ich finde sie trotzdem schwach, weil der WIRKLICH ENTSCHEIDENDE Punkt nicht besprochen wird:

Die unglaubliche Marge, die Apple beim iPhone hat. Und zwar nur beim iPhone.

Und genau hier liegt der Knackpunkt für die Gewinnentwicklung der Zukunft. Ich sehe nämlich kein wirkliches Problem für Apple, weiter zu wachsen und mehr Produkte zu verkaufen. Dazu müsste Apple nur ein iPhone mini einführen wie man es beim iPad schon gemacht hat. Das Problem dabei ist aber, dass diese neuen Produkte andere Margen haben. Das iPhone wirft deutlich über 50% Rohmarge ab, das iPad nur gut 30%, das iPadmini wird darunter liegen und die restlichen Produkte (Macs, iPod) ebenfalls.

Ich habe wenig Zweifel daran, dass Apple die Marge, die das Unternehmen schon lange bei den Macs hat, halten kann (Samsungs Marge bei Smartphones liegt schließlich in einer ähnlichen Größenordnung), ich habe aber durchaus Zweifel daran, dass Apple die Größer-Als-50-Prozent-Marge beim iPhone halten kann.

Dazu sind die Geräte von (z.B.) Samsung und dazu ist das OS mit Android 4.x einfach zu nah dran am iPhone. Und das sage ich als Apple Fan, der alles vor Android 4.0 für unbenutzbaren Dreck gehalten hat (und immer noch hält).

Entscheidend wird sein, wie stark Apple den Umsatz steigern kann, und wie stark gleichzeitig die Marge sinkt. Es kann gut sein, dass die Umsätze auch in Zukunft so stark weiter steigen, dass der Margenverfall (der meiner Meinung nach nicht zu vermeiden sein wird) neutralisiert wird. Es kann aber auch gut sein, dass Apple zwar mehr Geräte verkaufen kann, aber durch sinkende Preise und sinkende Margen beim Gewinn unter Druck gerät. Und dann würde die – zugegeben eher niedrige –  Bewertung der Apple Aktie den Kurs wohl auch nur noch zum Teil stützen.

Zahl des Tages (29.11.12): 459.561.500.030.0000

Der wurstigste Wurstfinger aller Zeiten …

Eine Order über den Gesamtwert von umgerechnet

459.561.500.030.000 (459 Billionen) Dollar

hat die schwedische Börse OMX gestern an den Anschlag gebracht … Da musste mal kurz den Handel unterbrechen …

Irgendjemand hat 4,2 Milliarden Futures auf dem OMXS30 Index geordert, die pro Stück gut 100.000 Dollar kosten.

Ist ja nur in etwa das Hundertfache des deutschen BIPs …

Es wäre jetzt natürlich interessant zu wissen, ob ein Mensch diese Fehlorder aufgegeben hat, oder ein wildgewordener Computer. Genauso spannend ist natürlich die Frage, was die Risikokontrolle in der Firma, aus der die Order kam, eigentlich den ganzen Tag so treibt …

Ich bin mehr nicht ganz sicher, woher die FTD die 70 Billionen Dollar nimmt, an der Quelle verstehe ich das anders …

Fehlauftrag: Stockholmer Börse kollabiert nach Auftragspanne | FTD.de

Monsterorder stoppade börsen | Sverige | SvD (Quelle im Original auf Schwedisch)

Google Translate (übersetzt)

EU-Gericht so: EU-Bürger, du musst nicht alles wissen …

Und das ist auch gut so.

Heikle Griechenland-Akten dürfen geheim bleiben – Wallstreetjournal.de

Ein Informationsfreiheitsgesetz (und zwar eines das auch wirkt) auf europäischer Ebene wäre mal was feines. Allerdings wäre das so grandios wirksam und würde den überdurchschnittlich korrupten Haufen in Brüssel so durcheinanderwirbeln, dass wir so ein Gesetz im Leben nicht bekommen. Wie hieß der alte Spruch noch: Wenn Demokratie etwas ändern würde, wäre sie schon lange abgeschafft …

Update (13:56):

@lostgen auf Google Plus dazu:

Krasse Begründung. Geheim weil veraltet. Wenn es aktuell wäre, ist es sicher auch geheim weil aktuell?

Wie wahr!

Fein ist aber auch der Satz:

„Bei einer Verbreitung hätte das hohe Risiko bestanden, dass die Öffentlichkeit und die Finanzmärkte in die Irre geführt würden.“

Das ist deshalb so unglaublich, weil die Geschäfte, in die Bloomberg Einblick haben wollte, die Schuldenversteckgeschäfte von Goldman Sachs waren. Sprich: Es waren Geschäfte, mit denen sowohl Finanzmärkte wie die EU in die Irre geführt wurden. Das zu veröffentlichen, hätte also nicht für “Verwirrung” geführt, sondern im Gegenteil zur Aufklärung beigetragen … Aber das wäre wohl zu verwirrend gewesen … Man muss den Bürger und die Finanzmärkte ja vor der Wahrheit schützen …

(zu den Geschäften:  http://www.diewunderbareweltderwirtschaft.de/2010/02/goldman-sachs-half-griechenland-beim.html)

Bild

WENAG #72: Die einzige wahre Tastatur für Hacker.

Nur der Platz für die Dose mit koffeinhaltigem Getränk fehlt noch, ein Verbesserungsvorschlag für Version 2.0 …

(via Chew on This: Keyboard With a Plate in the Middle)

Link

Offenbar Großrazzia bei der HypoVereinsbank | tagesschau.de

Schonmal hier gespeichert, mal schauen, ob ich dazu im Laufe des Tages mehr finde … Es liegt natürlich nahe, einen Zusammenhang mit dem Fall Mollath zu vermuten …

Update (10:50):

Die FAZ hat ein paar Details mehr. Es geht wohl um eine neue Form des Dividendenstrippings und damit nichts, was ich bisher im Zusammenhang mit Mollath gelesen habe.

Verdacht auf Steuerhinterziehung: Razzia bei der HypoVereinsbank – Wirtschaft – FAZ

Beim Dividendenstripping in der alten Form kaufte man kurz vor der Dividendenausschüttung eine Aktie, kassierte die Dividende inkl. Körperschaftssteuer, und verkaufte anschließend die Aktie wieder. Da die Aktie durch den Dividendenabschlag (normalerweise) fällt, hatte man einen Spekulationsverlust, den man steuerlich geltend machen kann und mit der (zu versteuernden) Dividendeneinnahme verrechnen kann.

Ausländer bekamen die Körperschaftssteuergutschrift aber nicht, sondern nur die reine Dividende. Der Kursabschlag war aber logischerweise für die der selbe wie für die inländischen Anleger. Ausländer mussten ihre Aktien also einem Inländer übertragen, der die Körperschaftssteuer kassierte, und bekamen nachher die Aktien und einen Teil der Körperschaftssteuer zurück. Beide profitierten, in die Röhre schaute nur der Fiskus.

Wikipedia beschreibt die alte Form noch: Dividendenstripping.

Heute funktioniert das etwas anders. Grundlage ist heutzutage eine Sonderregel, die für inländische Kapitalanlagegesellschaften nur 5% der normalen Steuersätze auf die Dividenden vorsieht. Damit wollte der Gesetzgeber erreichen, dass Fondsanleger nicht zweimal Steuern zahlen müssen: Einmal bei der Fondsgesellschaft, die die Dividende kassiert und einmal der Fondsanleger, der die Ausschüttung des Fonds bekommt. Damit wären Aktienfonds sinnlos geworden, weil ein Direktkauf der Aktien (nur einmal Steuern auf Dividenden) steuerlich wesentlich günstiger geworden wäre.

Nur gilt diese Regel nicht nur bei Fonds, sondern auch bei jeder anderen Form einer Kapitalanlagegesellschaft, also z.B. auch bei Banken oder bei speziell dafür gegründeten Gesellschaften (Die Altana Sonderausschüttung für den Großaktionär aus der Quandt-Familie vor ein paar Jahren floss z.B. in eine solche Gesellschaft).

Nun kann man versuchen, seine Aktien in eine solche Gesellschaft zu stecken und zu sammeln, die Dividende kassieren, und nachher die Aktien wieder in die ursprünglichen Depots zurückschieben. Damit ist man natürlich in einer Grauzone, die der Gesetzgeber als Gestaltungsmissbrauch wertet, sprich er erlaubt es nicht. Vor allem nicht, wenn eine Bank das als Dienstleistung seinen Kunden anbietet.

Darum geht es jetzt wohl bei den Ermittlungen. Allerdings: Es ist das Ausnützen einer Steuerlücke, die mit Absicht geschaffen wurde. Es ist also nicht per se illegal, die Banken bewegen sich in einer Grauzone. Die Banken werden sagen: Naja, illegal ist das nicht, hellgraue Grauzone. Der Staat hingegen sieht Gestaltungsmissbrauch und sagt: Wohl illegal, dunkelgraue bis schwarze Grauzone. Am Ende wird das mit 100%iger Sicherheit vor Gericht landen und dort wird das Strafmaß festgelegt (wenn die Vorwürfe überhaupt zutreffen und nachgewiesen werden können).

Nicht alle Aktionäre sind trotz Rekordhöhe auf Dividenden erpicht – Finanzen – FAZ

Offenbar Großrazzia bei der HypoVereinsbank | tagesschau.de

Bankia: Wie schnell aus 7 Milliarden 19 werden können

Verlust versteht sich.

Die spanische Bank lieferte schon einige Male Negativschlagzeilen (u.a. Die wunderbare Welt der Wirtschaft!: Spanien verstaatlicht Bankia) was ja eigentlich gar nicht sein konnte, weil der EU-Bankenstresstest ja ”Null Problemo” lieferte (Bankia – Null problemo – egghat’s not so micro blog).

Nun ja, jetzt sind aus den 7 Milliarden Euro Verlust in den ersten drei Quartalen 19 Milliarden für’s Gesamtjahr geworden. Und dabei wurden in den ersten drei Quartalen bereits 11,5 Mrd. abgeschrieben, da gab es wohl noch einen “Nachschlag” in ähnlicher Höhe.

Spanische Bankia will 6.000 Stellen streichen – Banken – derStandard.at › Wirtschaft

2013 will die Bankia wieder profitabel werden und 2015 noch profitabler sein, was sie natürlich kackfrech in die Überschrift schreibt, vom Megaverlust dagegen kein Wort. (Grupo BFA-Bankia vuelve a beneficios en 2013 y tendrá un resultado neto de 1.200 millones en 2015 – Noticias – Actualidad – Comunicación – Bankia)

Die Bankia benötigt nun 17,959 Mrd. Euro aus dem spanischen Rettungsfonds (4,5 Mrd. davon sind bereits im September geflossen), der seinerseits aus Brüssel gefüllt wird.