Monatsarchiv: Dezember 2011

Bis zu 75% Haircut auf Griechenbonds?

Hmmm, das wäre ja noch mal eine ganze Schüppe mehr als bisher geplant …

Da sage nochmal einer, an Sylvester gäbe es keine spannenden Nachrichten …

Bin gespannt, ob bei 75% Abschlag noch ausreichend viele Banken mitmachen …

Schuldentausch: Griechenland zwingt Banken zu höherem Verzicht – Wirtschaft – FAZ

Update (11:44):

Und das zur Erinnnerung vielleicht nochmal: Der öffentliche Sektor beteiligt sich am Schuldenschnitt gar nicht. Zumindest direkt, indirekt werden natürlich Zahlungen fällig. Deutsche Bank Chef Ackermann gefällt das natürlich gar nicht …

Dunkle Wolken über Apple. Was ein Schmarrn!

Da kann man echt ins Grübeln kommen …

Bei einem Apple-Aktienkurs, der etwa 25% über dem Jahresbeginn liegt und nicht einmal 5% unter dem Jahres- und Allzeithoch, aus diesem Kurs “dunkle Wolken” und ein Bild von Steve Jobs mit der Untertitelung “ein Bild aus besseren Zeiten”.

Der Ansatz für diese völlig aus den Fingern gesogene und konstruierte Nachricht: ExxonMobile ist wieder mehr wert als Apple. Dummerweise ist das auch keine Neuigkeit … Das habe ich schon Ende November verbloggt (#Apple ist nur noch zweitwertvollste Firma der Welt – egghat’s not so micro blog) und selbst da war das schon nicht mehr News im engeren Sinne des Wortes …

Der Jahresausblick für 2012 von Jim Rogers

Die Zusammenfassung ist:

„Central banks will print more money and when they print money, the thing to do is to own real assets.”

OK, Sachwerte.

I’m short stocks around the world, I’m short American technology stocks, I’m short emerging market stocks and I’m short European stocks.”

Uh, keine Aktien.

„I own commodities, because if the world economy gets better, then commodities will do well because of the shortages.“

OK, Surprise Surprise, Jim Rogers hält immer noch überwiegend Rohstoffe. Wie schon die letzten 10 Jahre …

News Item : Jim Rogers 2012 global outlook

Wem das Rogers Interview zu langweilig und/oder zu depressiv ist, der kann sich auch gerne das Postillon Horoskop für 2012 durchlesen. Danach sollte die Laune wieder stimmen, außer man ist Löwe … Das sagen die Sterne: Das große Postillon-Horoskop für 2012

Spanien spart und spart und es nützt doch nichts

Die Planung für das Haushaltsdefizit für 2011 lag bis heute bei 6,0% des BIPs. Nun werden 8,0% Minus erwartet.

Für 2012 liegt die Planung bei -4,4%/BIP und für 2013 bei -3,0%/BIP.

Das wird durch die schlechtere Ausgangsbasis natürlich nicht einfacher. Also muss noch mehr gespart werden. In Zahlen sind es 35 Milliarden Euro bis 2013. Nur bedeuten weniger Staatsausgaben auch immer weniger Wirtschaftswachstum. Und allein dadurch steigt der Schuldenstand auf’s BIP gesehen weiter.

Für das Wachstum der Eurozone (und auch Deutschlands) sind das keine guten Voraussetzungen.

Ich fürchte, dass die Volkswirte die Bremswirkung durch die Sparprogramme noch immer unterschätzen. Eigentlich müsste man aus den Erfahrungen in Griechenland doch etwas gelernt haben. Dort liegt das Haushaltsdefizit auch 2011 noch über 10%. Selbst nach Wegsparen von deutlich über 10% des BIPs hat sich die Neuverschuldung nur von gut 16% auf ca. 10% des BIPs verringert (siehe Griechenlands Haushaltsdefizit sicher über 10%/BIP – egghat’s not so micro blog). Man kann das nicht einfach hochrechnen, aber das zeigt, wie dramatisch schwierig das Wegsparen eines Defizits ist. Das merken die Spanier nun auch …

Griechenlands Haushaltsdefizit sicher über 10%/BIP

Die griechische Zeitung Kathimerini hat Zugriff auf die Steuereinnahmen von November bekommen und auch im November zeichnet sich keine Wende ab. 

Damit bestätigt sich alles, was ich zuvor schon geschrieben habe: Die wunderbare Welt der Wirtschaft!: Griechenland Haushaltsdefizit 2011: -10,6% (Planung -9,0%)

Die 9 Prozent sind zwar schon mehrfach nach oben korrigiert worden, aber bleiben trotzdem utopisch, es wird deutlich mehr werden.

Hihi, die FTD mit dem ultimativen Krisenquartett zum Selberbasteln

Ganz in der Tradititon der  Seuchen und Tyrannenquartettshat die FTD heute ein Krisenquartett zum Selberbasteln vorgestellt.

Weitere Rubriken sind Crashgurus (z.B. “Nassim Taleb: sieht vor lauter schwarzen Schwänen den Teich nicht mehr” oder “Roland Leuschel: hat 47 der letzten 4 Krisen korrekt vorhergesagt”), Professoren ab 60 (“Hans-Werner Sinn: verrennt sich gerne mal in steile Thesen”), Professoren bis 60, Geldverwalter, TV-Gesichter (“Dirk Müller:  Weiß zu allem was. Zu allem. Also wirklich: allem. Punkt”), Supertanker (Warren Buffett, Bill Gross, …), Allzweckwaffe (natürlich mit Ben Bernanke mit Einfluss 9/10 und Supersezialkraft 9/10), Goldgräber, Oldtime (Greenspan, Helmut Schmidt)

Downloaden, ausdrucken und zocken! Viel Spaß!

http://www.ftd.de/files/pdf/ftd_quartett.pdf

Update (23.11.12):

Tja, jetzt wo die FTD zumacht, wollte ich nochmal ein paar Höhepunkte aus deren Geschichte rauskramen …

Uuuuuund … Das Quartett ist nicht mehr da … Und bei der FTD findet ich es auch nicht mehr … Dafür bei der Capital …

http://www.capital.de/downloads/2012/quartett.pdf

Naja, wer die Abrufe und Links auf seine Site so mit Füßen tritt, muss sich irgendwann auch nicht wundern, dass er auf keinen grünen Zweig kommt (so hart das jetzt auch ist …)

Heusinger ist optimistisch: D-BIP 2012 +1,0%

Mit seiner Prognose von 2,5% BIP-Plus in 2011 für Deutschland war er ziemlich optimistisch, lag damit aber im Gegensatz zu mir sehr sehr richtig.

Auch 2012 wagt er sich relativ weit weg vom Konsens, der inzwischen bei nur noch 0,4% Plus liegt, wobei viele (u.a. ich) eher nach unten abweichen.

Mal schauen, ob Robert von Heusinger dieses Jahr auch wieder so richtig liegt und ich falsch.

Ich bin ausnahmsweise ganz bei Weidmann « Herdentrieb