Monatsarchiv: März 2012

Citigroup (+ WSJ Deutschland) sehen NL und A nicht mehr als Teil Kerneuropas

Das scheint mir jetzt etwas arg pessimistisch zu sein.

Nur weil jetzt die Niederlande in eine Rezession gefallen sind und Österreich bei einer Ratingagentur das AAA verloren hat?!?

Die Rahmenbedingungen beider Länder sind weiterhin durchweg in Ordnung.
OK, die Niederlande sparen und bremsen die Wirtschaftsentwicklung. OK, es gibt in den Niederlanden eine gewisse Immobilienblase, die zu Staatsgarantien auf Hypotheken geführt hat.
OK, Österreich hat ein ziemlich dickes Problem mit den Banken.
Aber der große Rahmen (Handelsbilanz, Vermögensposition gegenüber dem Ausland, Wettbewerbsfähigkeit) ist weiterhin völlig in Ordnung.

Natürlich ist aktuell für die Niederlande kein guter Zeitpunkt zum Sparen. In der Krise zu sparen verschärft auch immer die Krise. Vielleicht treibt es die niederländische Regierung da zu weit, wenn sie die Sparziele ein Jahr früher als gefordert erreichen will.

Aber deswegen die Niederlande und Österreich nicht mehr in der Kern-Eurozone zu sehen?

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Ziemlich pessimistische BIP-Schätzung des IMK

aber selbst die sehen 0,1% BIP-Plus im ersten Quartal für Deutschland. Danach soll das Wachstum wieder anziehen. Meine Rezessionswette2 kann ich wohl knicken …

Auch 2013 sieht das IMK nur 0,7% Plus, was deutlich unter den Schätzungen der anderen Wirtschaftsforschungsinstitute liegt (z.B. IWH 2013 +2,2%). Kein Wunder, ist das IMK doch ein gewerkschaftsnahes Institut. Und dort werden die konjunkturdämpfenden Effekte von Sparprogrammen (egal ob beim Staat oder bei Unternehmen) traditionell stärker gewichtet.

Da seht ihr mal, wie gewerkschaftsnah ich erst bin 😉 

Konjunkturausblick: Deutsche Wirtschaft leidet unter Europas Sparzwang | FTD.de

#H96 Gegner Atlético Madrid hat 215 Mio. Schulden beim Finanzamt

Wettbewerbsverzerrung galore!

Die hohen Schulden der spanischen Fußballvereinen waren hier schon einige Male Thema (siehe Die wunderbare Welt der Wirtschaft!: Den spanischen Fußballligen geht es dramatisch schlecht oder Schuldenschnitt in Spanien! – egghat’s not so micro blog), aber die einzelne Zahl für Atlético Madrid kam hier noch nicht.

Man muss bedenken, dass das NUR die Schulden gegenüber dem Finanzamt sind (wahrscheinlich inkl. Sozialabgaben), normale Bankschulden kommen noch obendrauf.

Selbst Barca hat 48 Millionen ans Finanzamt zu zahlen (Gesamtschulden 364 Millionen), Real Madrid hingegen ist vergleichsweise solide: 170 Mio Schulden, keine gegenüber dem Finanzamt.

Und zur Einordnung: Mit den 215 Millionen, die Atlético allein dem spanischen Staat schuldet, könnte Hannover 96 etwa 4 Jahre lang seinen kompletten Etat decken …

Aber nun ja: In Spanien traut sich kein Politiker, die Schulden einzutreiben. Das gäbe wahrscheinlich größere Massendemonstrationen als sie Spanien jemals gesehen hat …

Verschuldete spanische Klubs: Eine schlaue Mischung aus Schlendrian und Sturheit – Fußball – FAZ

Update (17:08):

Atlético mal richtig (ohne h und mit Akzent nur auf dem e) geschrieben.

Link

Vergütungsstudie: Europas Banken im Wettbewerb um Führungskräfte im Nachteil | FTD.de

Tjoah, wenn wir jetzt noch eine Liste mit Beispielen von so unglaublich fähigen Bankmanagern bekommen könnten, die wegen der Gehälter in Europa, die scheinbar nur knapp über der Armutsgrenze liegen, in die USA gegangen sind, könnte man man mal anfangen über diese These nachzudenken. Aber das wird erst gar nicht versucht, stattdessen wird der Mythos am Leben gehalten, dass Europa den Vergütungswahnsinn der USA mitmachen müsse, weil sonst alle Manager abwandern würden.

Abseits des Rants: Kennt jemand eine solche Studie, die besagt, dass der Anteil der europäischen Spitzenmanager in den USA höher ist als andersherum?

Vergütungsstudie: Europas Banken im Wettbewerb um Führungskräfte im Nachteil | FTD.de

HSH Nordbank verliert Verfahren gegen die UBS

Die UBS hat der HSH Nordbank vor der Finanzkrise 1.0  ein hochkomplexes Portfolio aus hypothekenbesicherten Anleihen verkauft. In der Immobilienkrise verfielen diese Papiere massiv, die HSH Nordbank verlor fast den kompletten Einsatz von 500 Millionen Dollar (und musste – natürlich nicht nur wegen dieser einen Transaktion – am Ende mit deutschem Staatsgeld gestützt werden).

Die HSH Nordbank warf der UBS nun vor, dass diese innerhalb des Portfolios Arbitrage betrieben habe und somit Verluste absichtlich auf die Seite der HSH Nordbank abgeschoben habe. Der Richter im Berufungsverfahren (das erste Verfahren ging an die HSH) hat nun diese Vorwürfe verneint. 

Zwar sah auch der Richter die Geschäftsethik der UBS als fragwürdig an (“business ethics leaves to be desired”), allerdings bezweifelte der Richter nicht, dass die UBS der HSH genau das verkauft hat, was auch angeboten wurde. Insbesondere sei das Risiko der Transaktion richtig dargestellt worden. Die HSH Nordbank hätte also wissen müssen, was sie tut …

Zur Zeit ist es noch unklar, ob die HSH Nordbank das Verfahren weiter vorantreiben wird (das geht wohl noch).

Deutschland hat weniger Schulden. Juhuu!

5,7 Mrd. Euro weniger am Ende des vierten Quartals als am Schluss des dritten Quartals.

Der Zähler steht aber weiterhin oberhalb der 2 Billionen Euro Marke …

Bei 2.021.027.000.000 Euro um genau zu sein …

Pressemitteilungen – Statistisches Bundesamt (Destatis) – Öffentliche Schulden im 4. Quartal 2011 um 5,7 Milliarden Euro gesunken – Statistisches Bundesamt (Destatis)

DB Research erhöht BIP Prognose 2012 für Deutschland

Damit sieht es für meine Rezessionswette 2 zunehmend schlechter aus. Dabei ging es ja darum, ob die Wirtschaftsleistung im dritten Quartal 2012 unter der des vierten Quartals 2011 liegt.

Die Researchabteilung der Deutschen Bank erwartet nun +0,0% im ersten, +0,2% im zweiten und +0,4% im dritten Quartal. Damit hätte ich dann verk***t die Wette verloren. (Und es gäbe auch keine Rezession, weil nur das vierte Quartal 2011 im Minus endete und man für eine Rezession zwei aufeinanderfolgende Quartale braucht).

Auch beim ersten Teil der Wette, dem Haushaltsminus 2012, ist die Deutsche Bank optimistischer als ich. -1,3% des BIPs erwartet die Deutsche Bank, meine Wette lautet auf -1,5% oder mehr.

Die Deutsche Bank geht in ihrer Prognose von einem stabilen Ölpreis aus. Bei einem starken Anstieg könnte das Wirtschaftswachstum etwas gedämpft werden. In der Lohnrunde wird ein Plus von etwa 3% erwartet, was aber im Rahmen läge, denn den Verteilungsspielraum (Inflation+Produktivitätszuwachs) sieht die Deutsche Bank bei circa 2,6%.

Recession risk has receded – 2012 GDP forecast now 0.5%