Monatsarchiv: Februar 2012

Marktkapitalisierung Apples steigt über eine halbe Billionen Dollar

Beim aktuellen Kurs von 541,07$ pro Aktie meldet NASDAQ.COM (die sollten es wissen) eine Marktkapitalisierung von

502.875.327.630 (gut eine halbe Billionen Dollar)

für Apple.

Unfassbar.

Allerdings – darauf wies mich ein Leser vor ein paar Wochen mal hin – ist das noch kein Rekord. In der High-Tech-Blase zur Jahrtausendwende war Microsoft sogar mehr als eine Billionen Dollar wert (habe das nicht nachgeschaut, aber das mag gut sein …)

#LTRO2: 529,5 Mrd. Euro brutto, netto deutlich weniger (272,5 Mrd)

Deutlich über meinem Tipp von 360 Mrd, in dem ich allerdings ein auslaufendes Geschäft von 133 Mrd. Euro “übersehen” habe. Dieses war nicht (wie ich dachte) ein normales 1-Tages-Geschäft, wie es das jeden Tag gibt, sondern ein außerplanmäßiges, was daher nicht verlängert wurde.

Nach langem Auskaspern mit @FTD_Wunder gestern Abend auf Twitter, müsste die Rechnung für den Nettozufluss so aussehen:

Es liefen aus:

133,9 Mrd. Euro aus dem schon erwähnte 1-Tages-Geschäft (Info)
49,8 Mrd. Euro aus einem 3-Monatsgeschäft (Info)
38,6 Mrd. Euro aus einem 6-Monatsgeschäft (Info)
=222,3 Mrd. Euro

Dazu kamen noch 2 auslaufende Dollar Geschäfte:

3,6 Mrd. aus einem 7-Tages-Geschäft (Info)
50,7 Mrd. aus einem 3-Monats-Geschäft (Info
=54,3 Mrd. Dollar (oder 40,2 Mrd. Euro) (muss man die so umrechnen?)

Neu wurden aufgelegt

529,5 Mrd. Euro, der 3-Jahres-Megatender, LOTR2 (Info)
6,5 Mrd. Euro für 3 Monate (Info)
=536 Mrd. Euro 

und die zwei Dollar Geschäfte:

3,5 Mrd. für 1 Woche
14,5 Mrd. für 3 Monate 
=18 Mrd. Dollar (oder 13,3 Mrd. Euro)

Nettozufluss also:

—> (536+13,3)-(222,3+54,3)

272,7 Mrd. Euro

Don’t mind the big headlines!

(es mögen fehler drin sein, bin auf Hinweise gespannt!)

Update (12:02)

Wenn ich mir meinen Tipp ansehe (360 Mrd. inkl eines (falsch gesehenen) auslaufenden Volumens von knapp 90 Mrd. Euro; also netto 270 Mrd., Tweet) war der gar nicht schlecht … Um nicht zu sagen, fast ein Volltreffer.

Update 2 (12:17)

Und wenn man jetzt noch berücksichtigt, dass das Volumen in meinem Tipp von 90 Mrd. gerundet war (und in der Realität etwas niedriger lag), war mein Nettotipp sogar bei 271,4 Milliarden, also noch näher dran.  

Update 3 (12:29):

FTD_Wunder meint übrigens, dass man die beiden Märkte (Euro und Dollar) nicht in einen Topf werfen dürfe. Ich finde den Rückgang bei den Dollargeschäften aber so auffällig (Rückgang auf ein Drittel!), dass ich glaube, dass jetzt sehr wohl Geld aus dem LOTR2 kam, das vorher aus dem Dollar-Tender stammte.

Egal, wenn man das Nettovolumen in Euro berechnet, kommt man auf 313,7 Mrd. Euro.

D: Arbeitslosenquote (ILO) 01/12: 6,4% (+0,9 Vm, -0,5 Vj))

Das sind die Zahlen von der destatis, die etwas anders (nach ILO, für bessere internationale Vergleichbarkeit) berechnet werden. Das sind die Zahlen, die dann auch an internationale Institutionen gehen, z.B. die Weltbank und Eurostat.

Die in der Überschrift genannten sind nicht saisonbereinigt, der große Teil des Anstiegs dürfte also auf den normalen Winter- und Nachweihnachtsgeschäftseffekt zurückgehen.

Kurz: Der Arbeitsmarkt in Deutschland bleibt stabil.

TV Tipp: Der Gastmann – Thema Hellas

Die erste politisch-satirische Talkreportage. Doofe Beschreibung, gute Sendung.

Gäste bei der 41-Jahr-Feier Hellas Troisdorf mit einem am Ende des Abends tanzenden Mr. Dax Dirk Müller und  Georgios Chatzimarkakis (EU-Politiker der FDP).

Mit begnadeten Interpretationen der beiden Welthits “Scheiss Prognosen aus Athen” und “Gieriges Schwein”, die in komischen Coverversionen von Nana Mouskouri und Udo Jürgens bekannter sein dürften.

Da sag nochmal jemand, es würde nur Mist im ÖR- Rundfunk laufen.

Donnerstag klärt sich, ob der Griechen-Haircut die CDS auslöst

Das war vor ein paar Monaten einmal DAS große Problem bei der Umschuldung Griechenlands: Es sollte bloß so umgeschuldet werden, dass die CDS (Kreditausfallversicherungen) NICHT zahlen. Wichtig war dabei der Aspekt der Freiwilligkeit. Wird freiwillig umgeschuldet, gibt es keinen Default im Sinne der CDS.

Festgelegt wird das ganze von der ISDA, einem Zusammenschluss der Banken und Versicherungen, die die CDS abschließen und handeln. Der Beschluss wird übrigens in einem relativ demokratischen Verfahren beschlossen.

Die Frage, ob die CDS feuern oder nicht, ist inzwischen komplett aus der Diskussion verschwunden. Das Nettovolumen aus den Kreditausfallversicherungen soll aktuell bei nur noch 3 Milliarden (Euro oder Dollar) liegen, das wird keine Verwerfungen produzieren. Das war aber schon mal deutlich mehr. Das Bruttovolumen war bei den letzten Meldungen etwa 30mal so hoch, das wären also etwa 60 Milliarden. Da im Moment aber kein Ausfall einer Gegenseite droht (die Banken dürften (bis auf die griechischen) ausreichend Geld haben), ist das aber wohl auch nicht kritisch.

Wahrscheinlich fällt nur bei der Bad Bank der HypoRealEstate ein neuer Milliardenverlust an. Die haben es sich geschafft, sich neben den 9 Milliarden Euro Griechenbonds auch noch weitere Risiken über CDS in die Bücher zu holen 😉

Naja, auf jeden Fall wird sich in den nächsten Wochen zeigen, ob die Aufregung über die CDS vor ein paar Monaten richtiger war als die Ruhe der letzten Wochen …

Zitat

Schließ Griechenland ins Herz, und Du kriegst einen Infarkt

Gilt irgendwie auch für den Euro …

Schöner Text, der IMHO auch gut herleitet, warum die Griechen keine Steuern zahlen: Aus einer Tradition des zivilen Widerstands, der noch auf die Zeit des Protests gegen die Militärdiktatur zurückgeht.

Keiner sonderlich tief gehender Text, WAZ halt (nicht FAZ). Trotzdem (oder deswegen?) gut.

Griechen denken mit dem Gefühl – Kultur | DerWesten

Milliardenbetrug bei japanischem Hedgefonds AIJ

Die Story hatte ich ja gar nicht auf dem Schirm, kam wohl schon am Freitag raus.

Die japanische Börsenaufsicht hat dem Hedgefondsverwalter AIJ vorübergehend den Geschäftsbetrieb untersagt. 

AIJ hat umgerechnet knapp 2 Milliarden Euro überwiegend für Pensionspläne von Firmen (bzw. deren Mitarbeiter) verwaltet. Das Geld ging – wie bei Hedgefonds üblich – aus steuerlichen Gründen in Steuerparadiese wie die Cayman Islands oder die Bermudas.

Nur wurde das Geld dort nicht angelegt, sondern ist versickert … Scheinbar sind 90% des Gelds weg, bzw. ist unklar, wo das Geld steckt.

Ob davon noch was auftaucht oder sich der Skandal womöglich noch ausweitet, ist aktuell total unklar.

Es dürfte auf jeden Fall in diesem Fall eher normale Arbeiter getroffen haben und weniger die Superreichen, die sonst in Hedgefonds investieren. Da kann man nur darauf hoffen, dass niemand seine komplette Pension über AIJ gemacht hat, sondern das nur ein Vermögensverwalter unter vielen war.