Monatsarchiv: Mai 2012

Kleine Matheaufgabe zu Panini

(um so langsam in den EM Modus zu kommen)

Es gibt dieses Jahr 540 verschiedene Bilder. Bei gleichmäßiger Verteilung der Motive muss man im Durchschnitt 3.710 Karten kaufen, bis man jedes Motiv einmal hat. Das kostet insgesamt 445,20. (und nicht 65 Euro, wie man beim einfach Multiplizieren der Anzahl der Motive (540) mit dem Einzelpreis (12 Cent) meinen könnte). Man hat am Ende halt (fast) nur doch “Hab-Ich-Schon”-Motive und das bringt einen um.

Panini ist daher auch fair (harhar) und erlaubt es einem, die letzten 50 Motive einzeln zu bestellen. Dann spart man fast zwei Drittel und landet bei “nur” noch 165,60.

Der Spiegel rechnet jetzt noch vor, wie man durch Tauschen den Preis noch weiter drücken kann. Dazu rechnet der Spiegel aber nur noch eine Version mit 5 Geschwistern durch. Und die auch nicht optimal, denn man könnte dann ja 5*50 Karten, also 250 nachbestellen. Im Spiegel Beispiel werden aber nur 209 geordert. Das ginge also billiger.

Jetzt zwei Fragen:

Was würde mich die Nummer kosten, wenn zwei Freunde sammeln und tauschen, aber keiner die 50-Karten-Option zieht? (Also hilft Kooperation mehr als Nachbestellen?)

Und was würde es kosten, wenn zwei Freunde sammeln (und tauschen), aber beide die 50-Karten-Option ziehen?

Viel Spaß!

Mathematiker rechnen wie man das Panini-Album schneller und billiger füllt – SPIEGEL ONLINE

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Electricité de France Chef bekommt 70% weniger Gehalt

Der neue französische Präsident Hollande hat eine Regel eingeführt, wonach Chefs in staatlich kontrollierten Firmen nur noch maximal 20 Mal so viel verdienen dürfen wie der niedrigst entlohnte Angestellte in der Firma.

Letztes Jahr bekam er 1,6 Millionen Euro und verdiente damit 65 Mal so viel wie der niedrigst entlohnte (etwa 25.000€). 

Jetzt wird er mit 500.000 Euro sicherlich nicht gleich verhungern.

Ich frage mich allerdings, ob da nicht irgendwie anders getrickst wird. Zum Beispiel über die Altervorsorge oder Zweitjobs z.B. in Aufsichtsräten anderer Firmen. Oder über Überstunden, denn er wird ja sicherlich keine 35 Stunden-Woche haben …

In die Liste der Firmen, die überwiegend im Staatsbesitz sind, fallen übrigens auch Areva, GDF Suez und Renault (!). Angeblich auch EADS, aber hat der französische Staat da eine Mehrheit?

FT Alphaville » The price of French patriotism? A 70% pay cut

Update (01.06.12):

Es geht weiter. Auch bei Firmen mit Minderheitsbeteiligung will sich der französische Staat einmischen. Teilweise mit Erfolg, teilweise genehmigen die Aktionäre aber auch einfach ein höheres Gehalt für den Vorstand.

Managergehälter: Französische Regierung fordert Gehaltskürzungen – Wirtschaft – FAZ

Fitch senkt Ratings für 8 spanische Provinzen

Teilweise waren die Senkungen kräftig:

3 Stufen runter:

Kanarische Inseln: BBB (vorher A)
Andalusien: BBB (vorher A) 
Murcia: BBB (vorher A) 

2 Stufen runter:

Katalonien: BBB- (vorher BBB+)
Asturien: BBB+ (vorher A)
Baskenland: A+ (von AA)
Kantabrien: BBB+ (von A) 

1 Stufe runter:

Madrid: A- (von A)
 

Nur die Provinz Castile-La Mancha blieb stabil, hatte aber auch vorher schon mit BBB- das schlechteste Rating der spanischen Provinzen (und ist auf der letzten Stufe vor dem Junk, vielleicht hat Fitch das Gnade walten lassen …).

Body: Fitch downgrades credit rating on 8 Spanish regions

Hintergrund sind die hohen Schulden der Regionen (im Verhältnis zu ihrer Finanzkraft). Die Regionen war auch der Hauptgrund, warum Spanien die geplante Senkung der Haushaltsdefizits in 2011 nicht geschafft hat. Es wurden 6,0%/BIP geplant, es wurden 8,5%/BIP. 1,7 Prozentpunkte der 2,5 Prozentpunkte kamen aus den Regionen, nur 0,3 Prozentpunkte vom Zentralstaat (der Rest aus Nebenhaushalten). (siehe Spanien: Haushaltsdefizit 2011 8,5% – egghat’s not so micro blog)

In jüngster Zeit machen sie mehr und mehr Anleger Sorgen über die Fähigkeit zur Rückzahlung der Schulden. Auch kamen aus den Regionen selbst Warnungen, dass sie sich nicht mehr in der Lage sehen, neue Kredite an den Finanzmärkten aufzunehmen.

Merke: Dispozinsen steigen. Immer.

Auch wenn den Banken Rekordmengen Geld (diesmal sogar unbegrenzt von der EZB) zur Verfügung gestellt werden und die Zinsen auf Rekordtiefs (1%) sind.

Da reichen auch 11% Durchschnittszins für den Dispo noch nicht, bzw. 15,5% für den Überziehungszins. Nein, da muss man noch einen Mindestpreis von 6,90 Euro pro Quartal einführen. Denn wo kämen wir denn hin, wenn der Kunde sein überzogenes Konto (also über den Dispobereich hinaus) innerhalb weniger Tage ausgleichen würde? Dann könnte die Bank ja nur wenige Tage die 15,5% kassieren. Dann doch gleich sicherheitshalber direkt richtig zulangen und die 6,90€ einstecken …

Was das für einen durchschnittlichen Zinssatz ergibt, wenn man nur ein paar Tage über dem Dispo liegt, möchte ich gar nicht errechnen. Das grenzt an Wucher.

OK, ich mach es doch kurz: Mal angenommen, man überzieht das Dispovolumen um 300 Euro. Dann zahlt man pro Tag knapp 13 Cent Zinsen. Die 6,90 Strafgebühr entsprechen damit also einer Überziehung um 300 Euro für 53 Tage, ergo mehr als der Hälfte des Quartals. Oder knapp 180 Euro Überziehung für das ganze Quartal. Ganz schön viel, wenn die DeuBa jetzt so abrechnet, als hätte man bei einer Überziehung um möglicherweise nur einen Tag das ganze Quartal 180 Euro über der vereinbarten Grenze gelegen.

Es würde mich ernsthaft wundern, wenn die Verbraucherzentrale gegen diese Idee der Deutschen Bank nicht so schnell wie möglich klagen würde …

Dispozinsen: Kontoüberziehungen werden teurer – Meine Finanzen – FAZ

1,269%

Wen machen solche albern niedrige Renditen für 10 Jahre noch glücklich?

Der Abwärtstrend ist völlig irre. Mitte April sank die Rendite der zehnjährigen deutschen Staatsanleihe zum ersten Mal unter 1,7%. Anfang Mai unter 1,6%. Mitte Mai unter 1,5%, vor einer Woche unter 1,4%.

Und heute ging es dann zum ersten Mal unter 1,3%. 1,269%. Unfassbar.

German Government Bonds 10 Yr Dbr Analysis – GDBR10 – Bloomberg

Gleichzeitig stieg die Rendite der zehnjährigen spanischen Staatsanleihe auf 6,66%. Der Abstand zwischen beiden Renditen, der gestern zum ersten Mal über 500 Punkte gestiegen ist, lag heute schon bei 539 Basispunkten.

Update (31.05.12):

1,2000% (1,1990 am Tagestief).

Still und heimlich wurde eine deutsche Bank vor der Pleite gerettet

Schau an und ganz, ganz leise. Bloß keine Unsicherheit risikieren, bloß den Leuten (Kunden) draußen nichts sagen. Wer weiss, vielleicht machen auch die Deutschen dann mal Bank-Run …

Es geht um die vergleichsweise kleine Valovis-Bank (früher Karstadt-Quelle Bank), die einen Doppelsitz in Essen und Oberursel hat. Die Bilanzsumme beträgt 5 Milliarden Euro, eine Klitsche ist die Bank also auch nicht gerade. Das ist in etwa die Bilanzsumme, wie sie auch die Sparkasse einer 300.000 bis 400.000 Einwohner-Stadt hätte (z.B. Bochum oder Karlsruhe).

In die Krise gebracht hat die Bank das Portfolio an Griechenlandanleihen im Wert von 160 Millionen Euro. Bei Abschreibungen, wie sie im Rahmen der Umschuldung notwendig wurden, wäre die Eigenkapitalquote unter 8% gesunken. Daher hat der Bankensicherungsfonds der deutschen Banken der Valovis Bank mit einer 100-Millionen-Euro-Garantie unter die Arme gegriffen.

Die Bank gehört dem Pensionsfonds von Karstadt (Acandor) und soll nun verkauft werden. Viel Geld wird es dabei aber wohl kaum geben …

Sanierungsfall: Garantie bewahrt Valovis Bank vor der Schließung | FTD.de

P.S. Die Valovis hat übrigens nichts mit der ehemaligen Quelle-Bank zu tun, die später Entrium hieß und dann von der ING-DIBA geschluckt wurde.

IWF-Chefin Lagarde fordert Griechen auf, Steuern zu zahlen.

Und zahlt selber keine! Laut einer französischen Website sollte Lagarde bei 380.000 Euro Einkommen Null Steuern gezahlt haben.

Eigentor ist da noch eine harmlose Formulierung …

Lagardes Eigentor – Lost in EUrope

Wenn das nicht alles so traurig wäre …

Trotzdem noch ein Pispers zum Thema

@LostinEU Link gefunden über @TeraEuro.