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Schäuble am 24.7.2010: „Die Rettungsschirme laufen aus.“

„Das haben wir klar vereinbart“.

HAHAHAHA.

Sehr schön auch:

Die Griechen sind dabei, ihr Defizit deutlich zu reduzieren. Es gibt eine gewisse Entspannung. Ich bleibe zudem bei meiner These: Eine vernünftige, maßvolle Defizitreduzierung ist nicht wachstumsfeindlich, ganz im Gegenteil.

Prust. Fast 25 BIP Einbruch (das gab es in Europa nach dem 2. Weltkrieg noch nirgendwo). „nicht wachstumsfeindlich“.

Wenn’s nicht so traurig wäre, könnte man sich totlachen …

Im Gespräch: Wolfgang Schäuble: „Die Rettungsschirme laufen aus – das haben wir klar vereinbart“ – Europas Schuldenkrise – FAZ

gefunden auf Twitter beim @tiefseher.

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Detroit Pleite – Ruinenpr0n galore

Solche Klickstrecken gibt’s heute wahrscheinlich überall …

Pleite: Detroit – nun wirklich am Ende – Wirtschaftspolitik – FAZ

Aber: Viel bessere Klickstrecken gab’s schon hier, z.B. die

Yves Marchand & Romain Meffre Photography – The Ruins of Detroit

Die wunderbare Welt der Wirtschaft!: Die romantische Seite der Krise

oder 100 Abandoned Houses

oder das hier:

David Byrne’s Journal: 09.23.10: Don’t Forget the Motor City

Etwas Hoffnung macht das hier:

Nochmal eine Detroit Doku: Gemüse statt Autos. – egghat’s not so micro blog

Schade, dass ich den einen kurzen Filmausschnitt nicht mehr wiederfinde, in dem eine Ecke gezeigt wurde, an der eins der verfallenen Häuser steht. Und dann der Schwenk kommt, und man dann sieht, dass direkt daneben ein modernes Kino (Einkaufzentrum/Bürogebäude) steht. Durch die Auswahl der Motive zeigt man immer einen sehr subjektiven eingeschränkten Ausschnitt der Wahrheit.

Update (09:54):

Eine Dokumentationsempfehlung von @holgi:

Requiem for Detroit — смотреть онлайн видео, бесплатно!

Und eine weitere Artikelempfehlung von @mtwirth:

The City Where the Sirens Never Sleep | The Weekly Standard

(kenne ich beide noch nicht)

Update 2 (21.07.13):

In den Kommentaren hat mir Hilti den Hinweis auf den Artikel gegeben, den ich nicht mehr wiederfinden konnte:

Nochmal zum “wählerischen” Journalismus über Detroit – egghat’s not so micro blog

Danke!

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Wirtschaftskrise: Spanische Banken stehen vor neuen Milliarden-Löchern – Spanien – FAZ

Es heisst nicht umsonst Abwärtsspirale. Erst geht’s am Immobilienmarkt bergab, dann mit den Immobilienkrediten, dann mit den Verbrauchern, dann mit den Verbraucherkrediten, dann mit den Unternehmen, dann mit den Unternehmenskrediten. 

Und jede neue Stufe sorgt dafür, dass die anderen Stufen zuvor noch etwas weiter nach unten führen als bislang.

Mit den Immobilienkrediten scheinen die spanischen Banken jetzt im wesentlichen durch zu sein (wenn da nicht doch noch eine erneute Abwärtswelle kommt), nun folgen die Unternehmenskredite. Nun ja, kein Wunder. Wenn niemand mehr baut und niemand mehr konsumiert, geht es Unternehmen auch nicht wirklich gut …

10 Mrd. Euro könnte die Banken diese neue Krisenfront kosten. Warten wir mal ab. Die spanische Zentralbank ist auch vergleichsweise ruhig und glaubt, dass die Banken das aus eigener Kraft schaffen können.

Wirtschaftskrise: Spanische Banken stehen vor neuen Milliarden-Löchern – Spanien – FAZ

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Lesen Sie selbst, wie Zypern uns betrogen hat: Dokument enthüllt Geldwäsche-Tradition – Politik Inland – Bild.de

So. Ein Link zur Bild. Da habt ihr’s …

Aber die Ausnahme ist gut begründet. Neben der unsäglichen Überschrift ist die Zusammenfassung des geheimen Untersuchungsberichts der EU nämlich ganz gut und außerdem – sehr lobenswert – hat die Bild das Dokument auf ihrem Server zur Verfügung gestellt (sonst wüsste ich ja auch nicht, dass die Zusammenfassung was taugt …).

Der Bericht belegt alle Vorurteile über das zyprische Bankensystem. Briefkastenfirmen en masse, lasche Kontrollen, wenig Überwachung.

In den Details wird es durchaus spannend.

Viele der Kontoinhaber sind über mehrere Stufen mit Treuhändern und Zwischenholdings getarnt. Als wenn das noch nicht kompliziert genug wäre, ändern sich diese Konstruktionen häufig. Das alles dient natürlich nur zur Tarnung des eigentlichen Besitzer, der schon wissen wird, warum er sich tarnt und warum er so viele Anwälte dafür bezahlt …

Das führt im Endergebnis dazu, dass die zyprischen Banken in 27% der Fälle gar nicht wissen, wem das Geld auf dem Konto eigentlich gehört. Dass die zyprischen Banken dazu durchaus in der Lage wären, zeigt der Anteil der unklaren Daten bei den vergebenen Krediten: Hier liegen nur in 11% der Fälle unklare Daten vor. Kurz: Wenn die Bank Geld bekommt, prüft sie lasch, wenn sie Geld verleiht, legt sie Wert darauf, den Besitzer zu kennen.

Das Ganze wird noch schlimmer, wenn man weiss, dass das zyprische Unternehmensverzeichnis einen Bearbeitungsstau von 10 Jahren hat (meldet Bild, im Dokument finde ich das nicht). Bei einem derart schlecht gepflegten Firmenregister wird das Auseinanderklamüsern (ich liebe dieses Wort, merkt man, gell?) der eh schon komplizierten Firmen-Holding-Treuhänder-Strukturen quasi unmöglich.

Auch die Erkennung von Geldwäsche bei den Banken scheint (absichtlich?) schlecht zu funktionieren. Die Wirtschaftsprfüfer von Deloitte habe bei einem schnellen Scan über die größten Konten 29 auffällige Transaktionen gefunden, die Banken selber keine einzige …

Das Originaldokument bekommt man hier.

Update (16:06);

Pantelouris findet den Bild-Artikel unterirdisch. Nun ja, das sehe ich anders (auch wenn er einige valide Punkte anspricht, allerdings auch vieles verschweigt. Denn die Bild hat sich die Sachen ja nicht ausgedacht, die stammen von der EU)

Mein dir deine Bildung! « Michalis Pantelouris

 

Lesen Sie selbst, wie Zypern uns betrogen hat: Dokument enthüllt Geldwäsche-Tradition – Politik Inland – Bild.de

Eurozone Haushaltsdefizit 2012: -3,7%/BIP, Schuldenstand 90,6%/BIP

Das laufende Minus verbessert sich dabei in Richtung der Maastricht-Grenze von 3,0% des BIP. Die Vorjahreswerte lagen bei 6,4% (2009), 6,2% (2010) und 4,2% (2011).

Der Schuldenstand hingegen entfernt sich weiter von der 60%-Marke nach Maastricht. Von 80,0% 2009 ging es über 85,4% und 87,3% jetzt auf 90,6%/BIPs.

http://epp.eurostat.ec.europa.eu/cache/ITY_PUBLIC/2-22042013-AP/DE/2-22042013-AP-DE.PDF

Am Ende der Liste steht neu Spanien (-10,6%) das Griechenland (-10,0%) überholt hat. Der ehemalige Spitzenreiter Irland fängt sich langsam (-7,6%), das Rekordminus dort ging wie jetzt auch im Fall Spanien auf hohe Kosten zur Bankenrettung zurück. Davor liegen Portugal (-6,4%), Zypern und das Vereinigte Königreich mit je -6,3% Minus. Frankreich liegt mit -4,8% im unteren Mittelfeld.

Beim Schuldenstand sieht die Reihenfolge etwas anders aus: Griechenland bleibt auch nach den Haircuts an der Spitze (156,9%) und ist damit eigentlich immer noch auf einem Niveau, das nicht nachhaltig sein kann. Italien bleibt auf Platz 2 (127,0%), dahinter Portugal (123,6%), Irland (117,6%), Belgien (99,6%), Frankreich (90,2%), das Vereinigte Königreich (90,0%), Zypern (85,8%), Spanien (84,2%). Deutschland liegt bei 81,9% (siehe dazu auch Die wunderbare Welt der Wirtschaft!: Schuldenstand nach Maastricht D 2012: 81,9% (+1,5)).

Die ursprüngliche Marke nach Maastricht erreichen nur Estland (10,1%), Bulgarien (18,5%), Luxemburg (20,8%), Rumänien (37,8%), Schweden (38,2%) und Lettland und Litauen (je 40,7%).

Der Durchschnittswert der Eurozone liegt nun bei 90,6%, im Vorjahr waren es noch 87,3% (davor 85,4 und 80,0%).

Fitch stuft Großbritannien auf AA+ ab

Das Triple A ist damit für’s Vereinigte Königreich weg.

Hauptursache für die Herabstufung war das Scheitern aller englischen Fußballvereine in der Champions League. Ach ne, die steigenden Schulden von Großbritannien.

Den Höhepunkte des Schuldenbergs sieht Fitch jetzt bei 101% des BIPs im Jahr 2015/2016 (vorher 97%). Damit hätte sich Großbritannien zu weit vom Mittelwert der AAA-Staaten (Median bei etwa 50%/BIP) entfernt. Auch sei das laufende Defizit mit über 7% des BIPs zu hoch und ein starker Rückgang unwahrscheinlich.

Der Schuldenanstieg geht auch auf eine spürbar reduzierte Wachstumsprognose zurück. Statt 1,5 und 2,0% Plus werden jetzt nur noch +0,8 und +1,5% BIP-Plus für 2013 und 2014 erwartet.

FitchResearch: Fitch Downgrades United Kingdom to ‘AA ‘; Outlook Stable

Beim Konkurrenten Moody’s gab es die Abstufung eine Stufe unter das Toprating schon, S&P hat Großbritannien noch auf AAA, allerdings mit Ausblick negativ.

Der Ausblick bei Fitch ist nach der Abwertung stabil. Das bedeutet in der Fitch Logik, dass es für eine weitere Herabstufung innerhalb der nächsten 2 Jahre eine Wahrscheinlichkeit von weniger als 50% gibt.

Link

Focus: „Schuldenkrise in Europa kostete bereits 184 Milliarden Euro“ Nö!

Nö, lieber Focus, bis jetzt kostete das noch gar nichts, weil das nur Kredite sind. (OK, so gut wie gar nichts, weil es nur in Griechenland einen Haircut für die Staatsanleihen gab, der für ein paar Milliarden Minus in den Staatskassen sorgte).

Ich schließe nicht aus, dass von den Krediten noch mehr abgeschrieben werden (ich gehe sogar davon aus), aber es wird selbst dann nicht auf 100% Haircut hinauslaufen.

Übrigens landen in Deutschland “nur” knapp 30% der Gesamtsumme, die in der Überschrift genannt werden, weil ja auch andere mithaften und zahlen. Es geht also aus unserer deutschen Sicht um etwa 50 Mrd., nicht um nahezu 200 Milliarden. Aber das wäre wohl eine wesentliche ungeilere Überschrift gewesen …

Focus: „Schuldenkrise in Europa kostete bereits 184 Milliarden Euro“ Nö!