Schlagwort-Archive: uk

Apples Steuersatz in Großbritannien 2012: 0%

Genauer gesagt waren es sogar noch weniger als Null, denn es gab für 2012 einen Steuerbonus von 3,8 Millionen Pfund, den Apple mit den Steuern in 2013 (ff) verrechnen kann.

Die Umsätze der Apple Niederlassungen in Großbritannien lagen übrigens bei mehr als 1 Milliarde Pfund, der Vorsteuergewinn bei etwa 60 Millionen. Diese 6% sind natürlich schon ein Witz, denn Apple arbeitete 2012 weltweit mit einer Durchschnittsmarge von etwa 25%. Da werden halt massiv Gewinne über Irland und die Niederlande in Steueroasen  abgezogen.

Apple Dodges All Taxes In The UK — Again – Forbes

Wer sich für die Hintergründe interessiert, warum Apple & Co so wenig Steuern in Europa bezahlen, kann gerne auf meinen alten Beitrag zum Thema (mit vielen weiteren Links) zurückgreifen:

Apple zahlt in Europa weniger als 2% Steuern – egghat’s not so micro blog

Advertisements
Video

So faked man einen Wirtschaftsaufschwung in Belfast …

Man klebt an die Fenster leerstehendender Ladenlokale Fototapeten, die einen florierenden Laden simulieren. 

Natürlich finanziert aus Steuergeldern …

Fake Store Fronts in Belfast to Boost Economy? (von wearechange); gefunden über Facebook: (2) Gipfeltreffen: G8-Staaten wollen europäische… – Die wunderbare Welt der Wirtschaft

Update (10:27):

Reuters hat die Story jetzt auch …

Fake shop fronts hide N.Ireland economic woes before G8 | Reuters

David Cameron: Steueroasen austrocknen (und selber eine schaffen)

Schöner Artikel in der Wirtschaftswoche.

Er wirft nicht nur ein Licht auf die diversen Steueroasen in Europa und der Welt (groß im Kommen Gibraltar), sondern auch einen Blick auf Politik Camerons.

Offiziell hat der britische Premier den Steueroasen den Kampf angesagt (den US-Staat Delaware und Irland vergisst er in den Aufzählungen aber regelmäßig), dabei ist Großbritannien selber eine Steueroase (zumindest für manche).

Die Körperschaftssteuer soll bis 2015 auf 20% sinken, Gewinne aus Patenten sollen ab 2017 sogar nur noch mit 10% (!) versteuert werden. Damit schafft die britische Regierung ein hohen Anreiz für Konzerne, Patente an britische Tochtergesellschaften zu übertragen und die dadurch entstehenden Gewinne im Vereinigten Königreich zu versteuern. In die Röhre schaut dabei natürlich irgendein anderes Land.

Auch die Steuerregeln für reiche Ausländer sind extrem großzügig. Es wird sehr großzügig definiert, wer als Ausländer zählt und falls man als Ausländer gilt, kann man mit einer Flatsteuer seine Steuerschuld in Großbritannien tilgen.  Es ist kein Zufall, dass die Luxusimmobilien in London so boomen und neben Abramovic vom FC Chelsea noch einige weitere Megareiche in London wohnen.

An Cameron zeigt sich schön, warum die Bekämpfung der Steueroasen so schwierig ist. Statt zusammen gegen die Steueroasen vorzugehen, will lieber jeder selber seine eigene Steueroase sein bzw. haben. Am Ende sind die öffentlichen Aussagen zur Bekämpfung der Steueroasen reine Lippenkenntnisse …

Großbritannien: Der scheinheilige David Cameron – Europa – Politik – Wirtschaftswoche

Bayern München ist die wertvollste Fußballmarke

und verdrängt Manchester United von Platz eins.

Das hat BrandFinance ausgerechnet (oder gewürfelt, wenn man skeptisch ist).

Bayern hat (wohl auch durch den Champions League Sieg) massiv zugelegt. Der Wert der Marke Bayern München soll um 74 Millionen auf 860 Millionen Dollar gestiegen sein.

ManU hingegen verlor 16 Millionen auf 837 Mio. Mit einer relativ großen Lücke dahinter: Real Madrid (621 Mio., +21) und Barca (572, -8 Mio). Dahinter kommt wieder eine große Lücke und dann folgen Chelsea (418, +20), Arsenal (410, +22), Liverpool (361, -6) und Manchester City (332, +30).

Hinter Milan auf Platz 9 (263, -31) kommen dann wieder zwei deutsche Vereine: Dortmund (260, +33) und Schalke (259,-7), die übrigens die Plätze tauschten (das gibt Krieg im Revier 😉 ).

Der HSV verlor zwar 9 Millionen an Wert (jetzt 144 Mio.), kletterte aber einen Platz auf 16. Leverkusen gewann 26 Mio. auf 90 und sprang 13 Plätze nach vorne auf die 23. Stuttgart (83 Mio (+12), Platz 25 (+3)), Wolfsburg (82 Mio (+16), Platz 27 (+5)) und Werder Bremen (79 Mio (+11), Platz 32 (-2)) konnten ebenfalls zulegen.

Dass die wirtschaftliche Stärke der englischen Liga weiterhin vorhanden ist, zeigt sich übrigens in der Breite. Von den Erstliga-Vereinen sind satte 14 unter den weltweiten Top-50 nach Markenwert; die Bundesliga hat “nur” 8, Italien 7, Spanien und Brasilien 5, Frankreich sogar nur 4 in dieser Rangliste.

Best Global Brands | Brand Profiles & Valuations of the World’s Top Brands

Update (12:16):

Bei JP4sport gibt es zwei Interviews mit Marketingmenschen bei Bayern und Dortmund dazu (zwitscherte mir jemand):

FCB-Vorstand Andreas Jung: “Wir können eine Million Trikots verkaufen” – JP4sport

BVB-Direktor Carsten Cramer: “In China und Indien wartet man nicht auf uns” – JP4sport

Das ist sicherlich die Seite des Fußballs, die vielen nicht gefällt. Aber nun ja, ist nun mal so. Und ist auch interessant …

Bild

Immobilienpreise in Europa seit 2000 bis heute.

Ziemlich interessant. Kurz mal festgehalten, kann ich bestimmt noch mal gebrauchen.

Krasser Anstieg und Verfall in Irland. Boom und Bust. Zurück auf Los.

Überraschend, wie hoch die Immobilienpreise in Spanien noch sind (worin durchaus Restrisiko stecken könnte).

Interessant auch Frankreich, wo sich die Immobilienpreise auf einem Niveau stabilisiert haben, das mehr als doppelt so hoch liegt wie 2000.

Und Deutschland ist in solchen Vergleichen natürlich auch immer der Hammer. Im Landesdurchschnitt hat sich hier kaum etwas getan. Nicht einmal 20% sind die Immobilienpreise gestiegen, was unterhalb der Inflationsrate liegt. Allerdings sehen Metropolen (v.a. im Süden) komplett anders aus. Etwas übertrieben dürften die Preise da in den letzten 13 Monaten so stark gestiegen sein wie im Landesdurchschnitt in den letzten 13 Jahren …

gefunden über http://twitter.com/aussietorres/status/330238171080192000

Steuerparadiese Bermudas, Virgin Islands und Anguilla reden

„reden“ ist doch der passende Begriff in diesen Kreisen, oder ;-) ?

Großbritannien hat den Druck auf seine Steuerparadiese jetzt so weit erhöht, dass diese Kontendaten an die EU weitergeben. Auch Deutschland bekommt damit Zugriff auf eventuelle Schwarzgeldkonten.  (Die Kanalinseln reagierten schon früher mit einer Steueramnestie, wie sie auch zwischen der Schweiz und Deutschland im Gespräch war).

Das psychologische Moment dieser Aktionen auf die superreichen Steuerhinterzieher dieser Welt würde ich nicht unterschätzen, auch wenn die Menge Geld, die dabei in die Staatskassen gespült wird, überschaubar bleiben dürfte.

Gegen Steuerhinterziehung: Britanniens Steuerparadiese geben Kontendaten weiter – Wirtschaftspolitik – FAZ

Fitch stuft Großbritannien auf AA+ ab

Das Triple A ist damit für’s Vereinigte Königreich weg.

Hauptursache für die Herabstufung war das Scheitern aller englischen Fußballvereine in der Champions League. Ach ne, die steigenden Schulden von Großbritannien.

Den Höhepunkte des Schuldenbergs sieht Fitch jetzt bei 101% des BIPs im Jahr 2015/2016 (vorher 97%). Damit hätte sich Großbritannien zu weit vom Mittelwert der AAA-Staaten (Median bei etwa 50%/BIP) entfernt. Auch sei das laufende Defizit mit über 7% des BIPs zu hoch und ein starker Rückgang unwahrscheinlich.

Der Schuldenanstieg geht auch auf eine spürbar reduzierte Wachstumsprognose zurück. Statt 1,5 und 2,0% Plus werden jetzt nur noch +0,8 und +1,5% BIP-Plus für 2013 und 2014 erwartet.

FitchResearch: Fitch Downgrades United Kingdom to ‘AA ‘; Outlook Stable

Beim Konkurrenten Moody’s gab es die Abstufung eine Stufe unter das Toprating schon, S&P hat Großbritannien noch auf AAA, allerdings mit Ausblick negativ.

Der Ausblick bei Fitch ist nach der Abwertung stabil. Das bedeutet in der Fitch Logik, dass es für eine weitere Herabstufung innerhalb der nächsten 2 Jahre eine Wahrscheinlichkeit von weniger als 50% gibt.