Schlagwort-Archive: schweiz

Schweiz startet Volksabstimmung über BGE

Die 100.000 benötigten Unterschriften sind wohl schon zusammengekommen. Es kann noch weiter gesammelt werden.

Die Höhe ist einigermaßen beeindruckend: 2.500 Schweizer Franken im Monat.

Ich gebe der Initiative zwar kaum Chancen, dafür dürfte der große Teil der Schweizer zu konservativ sein. Aber immerhin dürfte es in der Schweiz eine interessante Diskussion geben.

Genügend Unterschriften gesammelt: Schweizer können wohl über Grundeinkommen abstimmen – Schweiz Nachrichten – NZZ.ch

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Schweizer Notenbank: Goldpreis-Verfall kostet Milliarden – Devisen & Rohstoffe – FAZ

Der Goldpreisverfall “kostet” gar nix.

Es sind Buchgewinne, die sich u.U. wieder in Luft auflösen, wenn sie (wie jetzt) wieder wertgemindert werden (müssen). Das sorgt für Verluste, aber nicht für “Kosten”.

Genug Korinthen gekackt für heute 😉

Schweizer Notenbank: Goldpreis-Verfall kostet Milliarden – Devisen & Rohstoffe – FAZ

Statt 58 Mio. Abfindung jetzt 25.000 Euro Tagessatz

Es geht um Daniel Vasella, den Ex-Chef des schweizerischen Pharmakonzerns Novartis.

Die Idee, ihm eine 58 Millionen Euro schwere Abfindung zu zahlen, trug maßgeblich dazu bei, dass in der Schweiz die Initiative zur “Neuregelung der Managergehälter” richtig in Fahrt kam. Und am Ende gewann. (mehr dazu in allen Details hier: Die wunderbare Welt der Wirtschaft!: Schweiz macht Volksabstimmung über Managermillionen und evtl. noch hier Die wunderbare Welt der Wirtschaft!: Die Schweizer haben NICHT für Begrenzung von Managermillionen gestimmt).

Die Abfindung von Vasella wurde gekippt. Aber nun arbeitet Vasella als freier Berater und kassiert 25.000 Euro pro Tag.

Feine Gage.

Und ein exemplarischer Beleg, dass die Begrenzung der Managergehälter kaum machbar ist. Genau wie man die Gehälter von Sportstars oder Werbetestimonials nicht sinnvoll beschränken kann. Mehr Transparenz ist sehr richtig, mehr Einfluss der Aktionäre ist wichtig. Schwachsinn wie Antritts- oder Abschiedsprämien kann man abschaffen, aber gegen die exorbitanten Gehälter kann man wenig tun. Außer die Einkomen adäquat zu besteuern.

25.000 Dollar pro Tag: Vasella findet neue Wege zu Millionen – Industrie – Unternehmen – Handelsblatt

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Deutschland gibt zu wenig Geld für die Bahn aus. Selbst das flache Holland gibt 153% mehr aus.

Das hat die Lobbyorganisation “Pro Schiene” errechnet.

51€ pro Kopf in Deutschland sind wirklich nicht viel. In Europa liegt nur Spanien mit 38€ pro Kopf dahinter.

Das für seine marode Bahninfrastruktur berüchtige Großbritannien gibt mit 110 Euro bereits mehr als doppelt so viel aus. Und die Niederlande sogar 153% mehr als Deutschland. Das ist um so beeindruckender, wenn man bedenkt, dass es in Holland um einiges einfacher ist, Bahnstrecken zu bauen. Man braucht bei einer gefühlten durchschnittlichen Landeshöhe von 2,8 Meter über dem Meeresspiegel halt keine Tunnel, um durch Berge zu kommen, und kaum hohe Brücken, um tiefe Täler zu überwinden. Das sind die mit Abstand teuersten Bauwerke auf Bahnstrecken. Der Vergleich mit Holland ist also ziemlich spannend, wobei die Vermutung naheliegt, dass nicht die Holländer zu viel in ihre Bahnstrecken investieren, sondern wir Deutschen zu wenig.

Der Vergleich mit den Niederlanden ist auf jeden Fall hilfreicher als der mit Österreich und der Schweiz. Denn diese beiden Ländern müssen wegen ihrer Topologie logischerweise deutlich mehr für Verkehrsinfrastruktur investieren als Deutschland. Daher sind die absoluten Zahlen ziemlich nutzlos.

Interessanter wird es schon, wenn man die Zahlen relativ betrachtet und die Topologie berücksichtigt. Wie macht man das am besten? Man vergleicht die Ausgaben für Schiene und Straße miteinander. (Straßen mitten in den Alpen sind ja auch wesentlich teurer als im Flachland).

Und dann ergibt sich folgendes Verhältnis: Deutschland investiert weniger Geld in die Schiene als in die Straße (nur 78%), die Schweiz und Österreich hingegen mehr (134% bzw. 208%).

Leider macht Pro Schiene diesen Vergleich nur für die drei oben erwähnten Länder. Mich hätte dieser Vergleich zu Frankreich oder auch den Niederlanden mal interessiert.

Als kritischer Leser frage ich mich natürlich gleich, ob die Zahlen absichtlich weggelassen wurden. Passten die vielleicht nicht ins Konzept? War Deutschland darin vielleicht nicht mehr auf dem vorletzten Platz?

Hmmm ….

(via Allianz pro Schiene – EU-Ranking: Schienen-Investitionen im Länder-Vergleich Deutschland abgeschlagen)

Update (15:04):

Völlig überraschend kommt eine Lobbyorganisiation, die “Pro Straße” agiert, zum Ergebnis, dass Deutschland viel zu wenig Geld für die Straßen ausgibt:

ProMobilitäT: Studie „Investitionen westeuropäischer Staaten  in Straßeninfrastruktur“  Deutschland vernachlässigt sein Straßennetz!

Update (10.07.13):

Ich habe übrigens eine Mail an Pro Schiene geschickt und gefragt, warum der relative Vergleich Schiene-Straße nur für drei Länder gemacht wurde. Die Antwort lautete sinngemäß “Wir haben leider nur die drei Zahlen. Alles andere übersteigt unsere Kapazitäten”.

Hmmm ….

Wie die CIA das Schweizer Bankgeheimnis knackte …

Interessant. Die USA hören nicht nur uns alle ab, sondern auch die Schweizer Banken. 

OK, ganz so einfach ist es nicht, denn die Schweizer Banken sind ja auch nicht doof. Viel besser vom Internet abgeschottete Rechner dürften nicht viele Unternehmen haben. Daher hat man mit bewährten Mitteln der CIA versucht, an die Daten zu kommen …

Also wie folgt: Man nehme einen Bankangestellten einer Schweizer Bank, fülle ihn ab (wahrscheinlich mit Whiskey, die Russen nahmen ja immer Wodka) und lasse ihn besoffen in die Verkehrskontrolle fahren. Nachher bietet man ihm großzügig Hilfe an, natürlich nur mit einer gewissen Gegenleistung. Und die Gegenleistung waren die Daten aus den Banken.

Prism-Skandal: Wie die CIA Schweizer Banken knackte – International – Politik – Handelsblatt

Die Schweizer sind natürlich stinksauer. Und im Schweizer Parlament wird schon überlegt, das geplante Abkommen mit den USA platzen zu lassen, mit dem die Schweizer Banken ihre Daten an die USA schicken und gegen eine großzügige Zahlung (ansonsten) straffrei ausgehen und auch weiterhin in den USA ihre Dienste anbieten dürfen. Einen Plan B bei einer Ablehnung gibt es allerdings nicht, was eine Ablehnung ziemlich unwahrscheinlich macht …

Steuerstreit mit den USA: Kommission empfiehlt «Lex USA» abzulehnen – Schweiz Nachrichten – NZZ.ch

P.S. Da fragt man sich, warum die Steuerbehörden in Deutschland die Daten nicht bei seriösen und befreundeten Institutionen wie der CIA kaufen statt bei dubiosen Einzelpersonen 😉

Zitat

Das Produkt wurde in dieser Form von der UBS als Standardprodukt angeboten, um Käufern die gebotene Privatsphäre zu bewahren

Krass! Steueroasen-Anonym-Geschäfte als “Standardprodukt”. Schwyzer …

Wiener Raiffeisen-Chef unter Druck: Spitzenbanker taucht bei „Offshore-Leaks“ auf – Banken – Unternehmen – Handelsblatt

Update (24.05.13):

Zurückgetreten.

Was ne gemeine Welt. Nicht einmal mehr der Kauf von Standardprodukten einer Schweizer Bank ist noch unverdächtig 😉

Raiffeisen Österreich: Banker Stepic stolpert über Offshore-Leaks-Skandal – Management – Unternehmen – Handelsblatt

Managervergütung in D: Aktionäre sagen ja/nein und haben ansonsten zu schweigen

Das sieht der Gesetzesvorschlag aus, der jetzt vorgelegt wurde. Das Votum der Aktionäre auf der Hauptversammlung soll danach jetzt bindend sein, vorher konnte sich der Aufsichtsrat über das Votum hinwegsetzen.

Alternative Vergütungsmodelle vorschlagen dürfen die Aktionäre hingegen nicht. Das wollten sowohl Wirtschaft, als auch Opposition und Gewerkschaft nicht. Letztere fürchteten eine Abschwächung der Mitbestimmung.

Eine unheilige Allianz aus Gewerkschaft und Wirtschaft, die mehr Aktionärsdemokratie verhindern will … Dafür war allein die FDP.

Na gut, wenn die Gewerkschaft jetzt gegen die Vorlage von Vergütungsplänen durch die Aktionäre ist, muss sie sich auch folgende Frage gefallen lassen: Wie konnte es zu den Gehaltsexzessen kommen …

Managergehälter: Aktionäre dürfen keine Vorschläge machen – Wirtschaftspolitik – FAZ

P.S. Eine harte Obergrenze für Managervergütungen, wie z.B. ein Zigfaches (12, 20 oder 30 faches) eines Durchschnittsgehalts stand in Deutschland (zumindest in der Regierung nie auf der Agenda).

Es seien an dieser Stelle auch noch mal meine ausführlicheren Artikel zu den Schweizer Plänen empfohlen, die an einigen Stellen deutlich weiter gehen als die deutschen (an anderen Stellen war die Schweiz aber auch noch in der Steinzeit)

Die wunderbare Welt der Wirtschaft!: Schweiz macht Volksabstimmung über Managermillionen

Die wunderbare Welt der Wirtschaft!: Die Schweizer haben NICHT für Begrenzung von Managermillionen gestimmt