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Handelsblatt: Interpol-Bericht: Emissionsrechtehandel lockt Kriminelle an

Wie? Ich dachte die Banken würden schon von Anfang an mitmachen?

Nur halb mit “;)”, ganz konkret:

Steueraffäre der Deutschen Bank – Verhängnisvolles Telefonat – Wirtschaft – Süddeutsche.de – egghat’s not so micro blog

Handelsblatt: Interpol-Bericht: Emissionsrechtehandel lockt Kriminelle an

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WENAG #93: Fernkälte statt Klimaanlagen – Zeit im Bild, 27.7.2013 (von Andreas Sator)

Gibt es sowas in Deutschland auch? Habe ich noch nie gehört, auch wenn es eigentlich logisch ist.

OK, Wikipedia hilft …

Fernkälte – Wikipedia

In Deutschland gibt es noch aus DDR Zeiten ein Fernkältenetz, das bis 1993   aber nicht mit Abwärme, sondern mit Strom betrieben wurde. Und damit den ökologischen Charme natürlich völlig verpennte …

Ansonsten gibt es noch einen Prototypen in Gera.

Im Spiegel (ursprünglich aus der Technology Review) gibt es noch einen ganz interessanten Artikel über den Ausbau des Fernkältenetzes in Chemnitz. Dort hat man zum ersten Mal einen Kältespeicher gebaut, in dem man Kälte (in Form von kaltem Wasser) speichern kann. Das war gar nicht so einfach … Spannend sind die Kältespeicher auch, weil ich damit quasi Energie speichern kann. Wenn ich mit dem billigen Strom nachts (in Deutschland üblich, v.a. wenn es windig ist) die Kälte für den Tag “vorproduziere”, nutze ich die vorhandenen Energieerzeugungskapazitäten besser. Ich kann mit billigem (überflüssigem) Strom in der Nacht Kälte erzeugen und spare teuren (knappen) Strom am Tag. Im Hinblick auf die Energiewende sehr wichtig, denn der Mangel an Energiespeichern ist aktuell der größte Bremsfaktor beim Umbau.

Was mich mal interessieren würde: Wie hoch ist der Wirkungsgrad des gesamten Systems? Weiss das jemand? Also Vergleich zentrale Erzeugung der Kälte aus Abwärme vs. dezentrale Erzeugung durch Abwärme —> Strom —> Klimaanlage im Büro.

Update (12:54):

In München gibt es das auch:

M-Fernkälte – Stadtwerke München – Geschäftskunden

Danke an ftf für den Hinweis:

App.net | ftf: @egghat Fernkälte gibt’s in München auch von den S…

München macht das aber passiv, sprich die Kühlung gibt’s durch Alpenwasser. Eine ähnliche Lösung gibt es wohl in Paris, die teilweise noch aktiv unterstützt wird. Danke für den Hinweis an Martin RandelhoffDieter Meyeer – Google – Fernkälte. Das Konzept kannte ich auch noch nicht. In Wien…

Update 2 (14:20):

Noch ein Hinweis, diesmal auf Facebook von Stefan Berreth. Nicht ganz unerwartet wird das in richtig heißen Regionen z.B. in den Golfstaaten schon länger gemacht:

District Cooling Overview

Update 3 (15:18):

Es gibt auch eine ganze Website zum Thema:

KWKK | Informationsseite zu Kraft-Wärme-Kälte-Kopplung

Danke an Holger für den Hinweis.

Biosprit verdrängt Lebensmittel und sorgt für Hunger

Als kleines Update zu meinem Artikel aus der letzten Woche (Die wunderbare Welt der Wirtschaft!: Biosprit: Zur Hälfte (potenziell) auf Kosten des Regenwalds):

Eine Studie an der Universität Princeton hat untersucht, wie viel des aktuellen Biosprits auf Flächen angebaut wird, auf denen früher Lebensmittel angebaut wurden. Es ist ungefähr die Hälfte, je nach Pflanzenart mal etwas mehr, mal etwas weniger.

Dadurch sinkt am Ende die verfügbare Menge Lebensmittel, die man den Menschen zum Essen geben könnte.

Eine nicht wirklich überraschende Erkenntnis. Aber in manche Köpfe immer noch nicht reinzukriegen.

Du hast halt nur drei Möglichkeiten:

a) Du steigerst den Ertrag. Das ist aber nur sehr begrenzt möglich. Gerade im Westen, wo die Landwirtschaft bereits ziemlich technisiert und optimiert ist, sind Fortschritte nur noch graduell möglich. Auf Sicht von 40 Jahren ist da zwar noch einiges drin, aber auf kurze Frist sind da kaum mehr als einige Prozentchen pro Jahr drin.

b) Du verdrängst Lebensmittel. Und damit sorgst du für Hunger.

c) Du steigerst die Anbaufläche. Und da diese nicht vom Himmel fällt, muss du dafür irgendwas abholzen (nicht vergessen, dass durch Desertifikation (Wüstenbildung) auch noch Anbauflächen verloren gehen). Kurz: Das geht auch Kosten des Regenwalds.

Auch wenn das einige Verfechter nicht wahrhaben wollen und auf die Siegel hinweisen (nachhaltig angebaut, kein Regenwald wurde abgeholzt): Das sorgt für ein gutes Gewissen in Deutschland, aber löst das globale Problem nicht. Oder wollen wir den Indern sagen: Hej, du kaufst jetzt keine Kokosnüsse mehr, weil wir das Kokosöl in unseren Autos verheizen möchten? Biosprit ist keine Lösung, die auch nur im Ansatz weltweit skalieren kann.

Man kann es drehen und wenden wie man will: Die weltweite Nachfrage bestimmt die weltweite Anbaufläche. Wenn die Nachfrage steigt (u.a. durch Biosprit), wird Regenwald abgeholzt. Das gilt für den Teil der Welt, der oberhalb des Existenzminimums lebt. Für den Teil darunter sorgt mehr Nachfrage für steigende Preise für Lebensmittel und damit Hunger.

Kraftstoff-Studie: Biosprit verdrängt Lebensmittel – SPIEGEL ONLINE

(Ich weiss übrigens nicht, ob sich der Spiegel auf irgendwas Neues bezieht, der Autor schreibt schon länger im selben Tenor zum Thema: Woodrow Wilson School – Timothy D. Searchinger, insbesondere das ist lesenwert und kommt mir auch sehr bekannt vor: http://www.princeton.edu/~tsearchi/writings/Response_to_Criticisms_of_New_Biofuel_Studies.pdf)

Übrigens bleibe ich auch bei meiner Einschätzung, dass der Einfluss von Biodiesel und Biosprit auf die Nahrungsmittelpreise viel größer ist als die Spekulationen der Banken mit Nahrungsmitteln. Ich will letzteres nicht verharmlosen, aber kurzeitige Schwankungen, die diese Spekulationen auslösen, sind naturgemäß langfristig weniger entscheidend als das Verbrennen der Nahrungsmittel in unseren Autos. Denn diese Nahrungsmittel sind weg. Für immer. Und dank der garantierten Beimischung im nächsten Jahr auf’s Neue …

P.S. Dass in der EU jetzt die Konservativen die letzten Befürworter einer hohen Beimischung von Biosprit sind, belegt eindeutig, dass Biosprit von Anfang an eine (versteckte) Subvention für die Agrarlobby -und industrie war.

Realwelt Spritverbrauch von Autos 25% höher als im EU-Test

Dabei verwundert höchstens das Ausmaß …

Dass der Test nicht realistisch ist, ist seit langem bekannt. Aber nun ja, wenn man sich als dolle CO2-Sparer hinstellen will, sitzen Politiker und Industrie gerne in einem Boot …

Die Abweichungen sind bei deutschen Autos besonders groß. BMWs brauchen im Durchschnitt 30% mehr Sprit als im  Normverbrauch angegeben. Audi 28% und Mercedes 26%. Toyota und die Franzosen liegen am besten und verfehlen die offizielle Angabe um “nur” 15 bis 16%.

Ob das wirklich eine deutsche vs. die anderen Nummer ist? Oder viel mehr eine “große, schwere” Autos gegen “kleine, leichte”?

Bevor die EU CO2-Ziele festgelegt hat, lag die Abweichung übrigens nur bei 10% …

Man hat das Gefühl, dass der Test erstens nicht sonderlich viel taugt, und zweitens die Hersteller ihre Autos eher auf den Test hin optimieren als auf den Realwelt-Verbrauch.

Damit zeigt sich auch, dass solche Vorgaben nur relativ wenig taugen. Es wird immer versucht werden, daran rumzutricksen. Viel sinnvoller wäre es, den Verbrauch transparent zu machen (Internet-Plattform) und einfach den CO2-Ausstoß da zu versteuern, wo er entsteht: An der Tanke. Bei 2,50 pro Liter kaufen die Leute schon von alleine spritsparende Autos …

LSR freier Link hinter die Alpen 😉

Deutsche Autos sind die größten Sprit-Schummler – Studie zeigt große Differenzen auf – Wiener Zeitung Online

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Entstehen Wüsten durch zu WENIG Vieh?

Statt durch zu viel Tiere, sprich Überweidung?

Revolutionärer Gedanke durch wahrlich beeindruckende Bilder belegt.

Die Idee ist einfach: Es wurde in Teilen von Afrika versucht, die Desertifikation zu stoppen, indem Tiere abgeschossen wurden. Ein positives Ergebnis gab das nicht, im Gegenteil, der Pflanzenwuchs ging noch schneller zurück, die Wüste gewann die Oberhand.

Allan Savory kam nun der Gedankenblitz, dass das “im Gegenteil” im Satz oben genau das Problem sein könnte. Sprich: Die Geschwindigkeit der Wüstenbildung nahm nicht TROTZ weniger Tiere zu, sondern WEGEN weniger Tiere. Das widerspricht der herrschenden Meinung natürlich komplett.

Dabei ist die Argumentationskette, die Allan Savory baut, verdammt logisch, fast zu logisch, dass man kaum glauben kann, dass darauf vorher niemand gekommen ist.

Das Problem ist, dass das Gras, das die Oberfläche bedeckt, bei zu wenig Tieren nicht abgefressen wird. Dann verrottet es nicht mehr und in der nächsten Regenperiode hat es nicht genügend Luft und Sonne, um vernünftig neu zu wachsen. Irgendwann stirbt das Gras ab und die Verwüstung beginnt.

Der Vorschlag von Allen ist einfach: Einfach wieder gezielt bewirtschaften.

  1. Das Vieh über das Land treiben, so wie die Herden in der Natur das auch tun. 
  2. Das Vieh frisst das Gras (aber nicht zu viel), damit bekommt das Gras Luft und Sonne für neues Wachstum
  3. Gleichzeitig arbeiten die Tiere mit ihren Füßen organisches Material in den Boden ein und
  4. düngen den Boden mit ihren Ausscheidungen.
  5. All das sorgt für besseren Boden, mehr Wurzeln, höheres Wachstum und )am wichtigsten)
  6. eine deutlich erhöhte Wasseraufnahmekapazität des Bodens in der nächsten Regenperiode.
  7. Durch das Pflanzenwachstum werden riesige Mengen CO2 gespeichert. Nicht  pro Quadratmeter gesehen (wie im Regenwald), sondern weil die halbariden Flächen so wahnsinnig groß sind.

Das ganze ist aber mehr als eine Argumentationskette, sondern wird praktisch  umgesetzt. Es gibt auch beeindruckende Vorher-Nachher-Bilder:

oder wenn man so will Gleichzeitig-Bilder:

Beeindruckender TED-Talk:

Allan Savory: How to green the world’s deserts and reverse climate change (von TEDtalksDirector)

Mehr dazu auch auf der Website:

Holistic Management International: Agricultural Education, Sustainable Land Management | Healthy Land, Sustainable Future

P.S.:

Weiss jemand, was hieraus geworden ist?

Sandstein=Sand Bakterien und wie man damit die Wüste aufhalten könnte – egghat’s not so micro blog

Update (12:21):

Das ganze soll übrigens nicht heissen, dass es keine Überweidung geben kann. Die Aussage ist nur: Zu wenig ist auch nicht gut …

2012: Mehr CO2 Ausstoß in Deutschland

Zum ersten Mal seit Jahren.

Weltweit steigt der CO2 Ausstoß eh weiter. Und ist für den Rest der Welt ein so unspannendes Problem, dass man über das Erdgas aus Fracking in den USA nur “Wirtschaftswunder durch billige Energie” liest, aber nie “billige Energie führt zu mehr CO2” …

Dass es in Deutschland nach dem Abschalten der meisten AKWs zu mehr CO2 Ausstoß kommt, ist wenig überraschend. In einem oder zwei Jahren kann diese Lücke logischerweise nie von regenerativen Energien geschlossen werden. Daher würde ich diesen Anstieg nicht überbewerten.

Viel schlimmer erscheint mir, dass die regenerativen Energien in Deutschland in dreierlei Hinsicht gerade vor den Wand fahren:

a) Es gibt mehr regenerative Energie als die Netze verkraften können.

b) Es fehlen Speichermöglichkeiten.

c) Die regenerativen Energien, die nur 15 bis 20% des Energieverbrauchs decken, verteuern den Strom bereits heute deutlich. Um Probleme a) und b) zu lösen, brauchen wir aber erneut riesige Investitionen. Woher auch immer das Geld dafür jetzt kommen soll …

Es rächt sich jetzt, dass wir viel zu viel Geld viel zu früh in viel zu viel Solarenergie gesteckt haben. Eine Energieform, die in Deutschland nie an der richtigen Stelle dieses Planetens platziert sein wird. Im Gegensatz zu Wind, der hierzulande sehr wohl sinnvoll ist. Hätten wir die 2 Cent je KWh jetzt für Speichertechnologien und Stromtrassenausbau noch locker zur Verfügung, wäre die Energiewende in 5 bis 10 Jahren weiter als sie es angesichts der aktuellen Ausgangslage wohl sein wird …

Erstmals seit vielen Jahren: Deutschland stößt wieder mehr Klimagase aus – Energiepolitik – FAZ

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Industriestrompreise 2012 um 22% gefallen. Alle so: Skandal!

Den zweiten Satz liest dann schon niemand mehr. Nämlich dass die Industriestrompreise in Deutschland  immer noch auf dem zweithöchsten Niveau in Deutschland Europa liegen (siehe Grafik oben).

Studien im Auftrag einer Partei (hier die Grünen) muss man natürlich immer sehr genau anschauen. So auch diese Studie. Ich frage mich z.B., warum hier mit Halbjahren gearbeitet wird, wo doch der Strompreis im Jahresverlauf stark schwankt. In Frankreich sieht man das Zick-Zack-Muster extrem deutlich (liegt daran, dass in Frankreich viel mit Strom geheizt wird; daher Strombedarf und -preis im Winter höher). Wieso vergleicht man in den zusammenfassenden Zahlen das *zweite* Halbjahr 2007 mit dem *ersten* Halbjahr 2012? Brauchte die Studie den Knick nach unten ganz am Ende in Deutschland?!?

Wenn man 6 weitere Monate zur Studie hinzugenommen hätte, wäre der Abstand zu Frankreich wohl deutlich größer ausgefallen, weil der Preis in Frankreich (wie in allen Jahren zuvor) nach unten geknickt wäre. Und eine der Hauptaussagen der Studie würde nur deutlich eingeschränkter gelten: Die Situation der deutschen Industrie (was die Strompreis angeht) habe sich wegen der Energiewende nicht  verschlechtert, sondern sogar verbessert.

Klar: Das Gejammer der Industrielobby ist übertrieben (Lobbyisten halt), aber dass bei der Energiewende alles in bester Ordnung ist, wie es die Grünen uns gerne erzählen möchten, stimmt eben auch nicht.

Was aber auf jeden Fall stimmt: Die Kosten für die Energiewende werden in Deutschland bisher fast ausschließlich von den privaten Haushalten bezahlt. Was aber andererseits auch klar ist: Würde die Industrie in Deutschland 20 Cent/KWh für Strom bezahlen, wäre hierzu Lande kein Stahlwerk mehr …

http://www.foes.de/pdf/2013-01-Industriestrompreise-Wettbewerbsfaehigkeit.pdf

SPON fällt von den möglichen Kritikpunkten an der Studie natürlich kein einziger ein …

Strompreise: Studie ermittelt drastisch gesunkene Preise für Industrie – SPIEGEL ONLINE

Update (11:17):

Hupps, im zweiten Abschnitt sollte natürlich in Europa stehen, nicht Deutschland (ergibt sich zwar aus dem Zusammenhang, weil ansonsten sinnlos, trotzdem verbessert). Danke an @MTWirth und @iljuschin für den Hinweis!

Und dann korrigiere ich das falsche Deutschland … Naja, jetzt ist es richtig. Danke an wuschelig!