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So faked man einen Wirtschaftsaufschwung in Belfast …

Man klebt an die Fenster leerstehendender Ladenlokale Fototapeten, die einen florierenden Laden simulieren. 

Natürlich finanziert aus Steuergeldern …

Fake Store Fronts in Belfast to Boost Economy? (von wearechange); gefunden über Facebook: (2) Gipfeltreffen: G8-Staaten wollen europäische… – Die wunderbare Welt der Wirtschaft

Update (10:27):

Reuters hat die Story jetzt auch …

Fake shop fronts hide N.Ireland economic woes before G8 | Reuters

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Immobilienpreise in Europa seit 2000 bis heute.

Ziemlich interessant. Kurz mal festgehalten, kann ich bestimmt noch mal gebrauchen.

Krasser Anstieg und Verfall in Irland. Boom und Bust. Zurück auf Los.

Überraschend, wie hoch die Immobilienpreise in Spanien noch sind (worin durchaus Restrisiko stecken könnte).

Interessant auch Frankreich, wo sich die Immobilienpreise auf einem Niveau stabilisiert haben, das mehr als doppelt so hoch liegt wie 2000.

Und Deutschland ist in solchen Vergleichen natürlich auch immer der Hammer. Im Landesdurchschnitt hat sich hier kaum etwas getan. Nicht einmal 20% sind die Immobilienpreise gestiegen, was unterhalb der Inflationsrate liegt. Allerdings sehen Metropolen (v.a. im Süden) komplett anders aus. Etwas übertrieben dürften die Preise da in den letzten 13 Monaten so stark gestiegen sein wie im Landesdurchschnitt in den letzten 13 Jahren …

gefunden über http://twitter.com/aussietorres/status/330238171080192000

Oh, geil. Starbucks ist gar kein böser Steueroptimierer.

In Großbritannien ist Starbucks relativ früh als Steueroptimierer an den Pranger gestellt worden. Dabei unterscheiden sich die Praktiken nicht wirklich von denen bei Google, Microsoft, Apple und Amazon. Da ich zu Starbucks bisher noch nichts geschrieben habe, hole ich das mal nach.

Heute gab es eine Anhörung von Starbucks im Finanzausschuss des deutschen Bundestags. Dabei betonte Starbucks (obwohl nicht vor Ort, man reichte die Stellungnahme nur schriftlich ein), dass man sehr wohl Steuern zahle. Und zwar mehr als 19 Millionen in den letzten drei Jahren. Das macht gut 6 Millionen pro Jahr. Auf 161 Filialen, ok rechnen wir mal mit 150 im Dreijahresdurchschnitt (der Laden wächst ja, auch wenn ich nicht weiss warum) macht das 40.000 Euro Gewinn pro Jahr. Könnt ihr Euch bei den Preisen (5,50€ für etwas Kaffee auf viel Eis) nicht vorstellen? Na gut, ich auch nicht.

Und jetzt der eigentliche Clou – Steuern definiert Starbucks als “Steuern und Abgaben” u.a. an “Sozialkassen und als Unternehmenssteuer”.

Steuern an Sozialkassen?

Was noch? Der Arbeitgeberanteil der Krankenkasse gilt als Steuerzahlung? Was labert Starbucks da für eine Grütze?

In der Frage ging es konkret um die Versteuerung der Gewinne. Dass Starbucks mit solchen Nebelkerzen um sich wirft, zeigt nur,  dass Starbucks natürlich keine Steuern bezahlt und die Gewinne – wie die anderen oben genannten US-Konzerne auch – über Lizenzzahlungen und den Double Irish – Dutch Sandwich aus Europa in Steueroasen transferiert.

Bin gespannt, ob der Bundestag am Thema dranbleibt. V.a. auf die Niederlande und Irland einwirkt, dass dieses Schlupfloch geschlossen wird. Aber mächtige Interessen sind dagegen. Als Irland pleite war, hätte die Rest-EU alle Möglichkeiten gehabt. Aber konnte nicht oder wollte nicht. Aber heute wieder über die Steueroase Zypern meckern wenn man vor 4 Jahren in Irland auch nichts dagegen gemacht hat …

Steuerschlupflöcher: Starbucks weist Vorwürfe zurück – Handel Dienstleister – Unternehmen – Handelsblatt

Update:

Zu Starbucks gibt’s einen schönen Hintergrundartikel in der SZ:

Starbucks – Kaffee vermarkten, Steuern sparen – Wirtschaft – Süddeutsche.de

Google verschiebt 10 Mrd. Dollar aus Europa auf die Bermudas

Nahezu steuerfrei versteht sich.

Laut Bloomberg soll Google allein 2011 9,8 Mrd. Dollar aus der Tochter in den Niederlanden auf die Bermudas transferiert haben. Dadurch soll Google Steuerzahlungen in Höhe von etwa 2 Mrd. Dollar in Europa vermieden haben.

Der durchschnittliche Steuersatz von Google lag für die Gesamtfirma bei 21%, für außeramerikanische Aktivitäten bei 3,2%. Damit kann man grob abschätzen, wie hoch der Steuersatz für die Gewinne ist, die in den USA erwirtschaftet und versteuert werden und wie niedrig für die Geschäfte in Europa.

Bis auf die Zahl von 9,8 Mrd. Dollar, die in die Bermudas gegangen sind, ist das aber keine Neuigkeit.

Google Revenues Sheltered in No-Tax Bermuda Soar to $10 Billion – Bloomberg

Der Irish Independent hat sich mal den Spaß gemacht und recherchiert, was Google in den letzten Jahren in Irland an Steuern gezahlt hat. OK, verdammt wenig ist jetzt jedem klar, aber es ist wirklich unglaublich wenig. Oder sogar wahnsinnig wenig?

Es sind genau 

0,14%

des Umsatzes zwischen 2005 und 2011. Auf 47,4 Milliarden Euro Umsatz in Europa wurden in den 7 Jahren ganze 70 Millionen Euro Steuern in Irland gezahlt. Durch die Konstruktion mit der Holding in den Niederlanden wird dort noch eine weitere Steuerzahlung oben drauf kommt, hoch wird aber auch diese nicht sein.

Man darf die 0,14% jetzt nicht mit dem Steuersatz vergleichen, denn es ist ja nicht Steuern pro Gewinn, sondern Steuern pro Umsatz. Aber was will man auch anderes messen, wenn es der große Trick ist, den Gewinn fast auf Null zu drücken, indem Google Europa alle Technologien und Markennamen für viel Geld aus den USA (bzw. aus den Bermudas) lizensieren muss?

Kurz: Die Politiker in Europa lassen sich kollektiv vera****en. Ein paar Länder mit Ausnahmen (Irland, Niederlande, Luxemburg, Schweiz) untergraben die Steuerregeln für ganz Europa so, dass außereuropäische Konzerne Abermilliarden quasi steuerfrei aus Europa in Steuerparadiese verschieben können.

Und mit Wettbewerbsfähigkeit oder ähnlichem hat das Null zu tun. Alle Konzerne, bei denen man das bisher auseinander klamüsert hat, zahlen ohne groß zu klagen und ohne das Heimatland verlassen zu wollen, in den USA 25, 30 oder 40% Steuern. Und mehr will ich ja auch nicht. Nicht enteignen oder Ähnliches: Einfach nur Gesetze, die die Firmen auch in Europa einen fairen Steuersatz zahlen lassen … Mehr nicht …

Und damit ist auch klar, wen ich mit meiner Sammlung von Steuersätzen erreichen will: Die Politiker. Damit diese endlich die Steuerlöcher stopfen. Denn das was Google, Amazon, Apple und Microsoft (und Starbucks und und und) machen, ist ja völlig legal. Und jeder von uns würde das Gleiche machen: Auch ich setze meine Pendlerpauschale ab, obwohl ich sie für ökologisch äußerst fragwürdig halte. Am Pranger sollen die Politiker stehen, die diese Geschäfte ermöglichen … Und Däumchen drehend zuschauen …

Zu den anderen High-Tech-Firmen siehe hier:

Die wunderbare Welt der Wirtschaft!: Neues Produkt von Apple: iSave

Googles Steuerquote (ex-USA): 2,4% – egghat’s not so micro blog

Die wunderbare Welt der Wirtschaft!: Auch Microsoft zahlt (fast) keine Steuern …

Die wunderbare Welt der Wirtschaft!: Steuertrick in Luxemburg spart Amazon 2 Mrd. Dollar

Update (14.12.12):

Google Chef Eric Schmidt ist “stolz” auf die errichtete Steuersparmöglichkeit. Also nicht nur “hmm, natürlich sparen wir Steuern, wir sind ein gewinnorientiertes Unternehmen”, sondern aktiv stolz darauf. 

Während Warren Buffett es noch irgendwie komisch findet, dass er einen niedrigeren Steuersatz hat als sein Sekretär, findet Schmidt es völlig OK, wenn Google in Europa weniger als 3%, in den USA jedoch ohne mit der Wimper zu zucken die üblichen 35% Federal Tax plus lokaler Steuern zu zahlen.

Nun ja, er findet es nicht nur OK, er ist sogar stolz darauf …

Google boss: I’m very proud of our tax avoidance scheme – Home News – UK – The Independent

Danke an Vera für den Hinweis.

Zitat

Um die wirtschaftliche Erholung nicht zu gefährden, will sie aber die Sparschraube nicht noch weiter anziehen.

Eurokrise: Irlands Comeback muss warten | FTD.de

Nein, dass ich das noch erleben darf … Eine Regierung will nicht noch stärker sparen, um die Konjunktur nicht komplett abwürgen …

Fallende Hauspreise in Europa Teil 2: Irland

-57% in Dublin vom Hoch im Herbst 2007 aus gesehen. Landesweit etwa 50%.

Die Gesamtverschuldung der Bevölkerung mit Immobilienkrediten am Höhepunkt lag bei 120 Milliarden Euro, wie das Handelsblatt anmerkt. 40 Milliarden davon haben die Banken inzwischen abgeschrieben oder weiter verkauft. Aufgeräumt sind die Bilanzen also auch 5 Jahre nach dem Platzen der Blase immer noch nicht.

Die 120 Milliarden sind übrigens gar nicht so wahnsinnig viel, wenn man das mal auf die Bevölkerung umrechnet. Das sind “nur” etwas mehr als 25.000 Euro pro Einwohner.

Irland: Immobilien zum halben Preis – Immobilien – Finanzen – Handelsblatt

Apple ist mehr wert als Irland+Griechenland+Portugal+Spanien

OK, die Marktkapitalisierung ist nicht gleich zu setzen mit dem Wert einer Firma.

Und OK, die Marktkapitalisierung aller Aktien einer Börse eines Landes entspricht nicht dem Wert eines Landes.

Trotzdem ist es einigermaßen erschreckend, wie wenig die Börsianer allen irischen, spanischen, griechischen und portugiesischen börsennotierten Firmen zusammen zutrauen. Oder auf der anderen Seite, wie viel die Börsianer Apple zutrauen.

Mal schauen, wie lange das so bleibt …

http://www.cnbc.com/id/48889894