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Wider die Denkverbote zum Euroausstieg. Eine Alternative für Deutschland | Finanz und Wirtschaft

Ja, Denkverbote mag ich auch nicht.

Aber die Forderung, man solle einfach Forschungsinstitute berechnen lassen, was der Euroaustritt Deutschland bringen würde und was er kostet, ist selten dämlich (Sorry). Was soll dabei herauskommen, außer dass der eine sagt “Bringt 400 Mrd, weil der Euro-Wechselkurs deutlich niedriger ist als es ein D-Mark-Kurs wäre” und der andere sagt “Kostet 400 Mrd., weil Deutschland die ganzen Rettungskredite allein bezahlen muss”?

Das lässt sich doch niemals auf eine Zahl oder auch nur eine Spanne herunterbrechen. Da ist so viel Psychologie von 300 Millionen Menschen und so viel Politik im Spiel, dass man das unmöglich vorhersagen kann. Allein eine Prognose darüber, ob mit einem Ausstieg Deutschlands der Rest des alten DM-Blocks (BeNeLux, Österreich evtl. auch Frankreich) auch im Euro bleibt, ist defakto unmöglich.

Man muss schon sehr in dem alten ökonomisch-mathemathisch “wir können alles berechnen” Denken gefangen sein, um eine solche Forderung aufzustellen. Wir berechnen das einfach mal. Kopfschüttel …

Wider die Denkverbote zum Euroausstieg. Eine Alternative für Deutschland | Finanz und Wirtschaft

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Griechenland: Prognose und Realität.

Wie ich schon mal hämisch anmerkte, ist die Prognose für die BIP Entwicklung in Griechenland seit 4 Jahren die gleiche: In zwei Jahren ist alles wieder gut.

Tja …

Via FGoria

Zitat

Auch ich habe einen Eindruck von dieser Diskussion gewonnen, den ich so zusammenfasse: Mit dem Fischen am rechten Rand war die AfD bereits erfolgreich. Anders kann ich mir Kommentare, die beispielsweise unsere Berichterstattung mit der Propaganda eines Joseph Goebbels vergleichen, nicht erklären.

Leserbriefe zum Lucke-Interview: Liebe AfD-Freunde … – Deutschland – Politik – Handelsblatt

Fitch: Italien nur noch BBB+ (nach A-)

Eine Stufe weniger als zuvor. Der Ausblick bleibt auch nach der Herabstufung auf “negativ”.

Grund: Wirtschaft schwach, möglicherweise schwächer als erwartet. Außerdem sei die Unsicherheit nach der Anti-Euro-Wahl und dem anschließenden Patt gestiegen.

Damit hat mit Fitch auch die letzte der drei großen Ratingagenturen Italien in die B-Klasse herabgestuft.  Moody’s hat Italien sogar noch eine Stufe niedriger, also nur noch zwei Stufen vom Junk entfernt.

Fitch stuft Bonität Italiens herab – Italien in der Krise – derStandard.at › Wirtschaft

USA nicht über die (Fiskal-) Klippe gegangen

Jetzt tut bitte mal überrascht 😉

Die Politiker in den USA hatten auch am Ende des Jahres 2012 nicht den Mut, die Regierung der wichtigsten Volkswirtschaft der Welt zahlungsunfähig werden zu lassen. Warum wohl? Weil kein Politiker für die unkalkulierbaren Folgen die Verantwortung übernehmen will und kann.

Also wird es in solchen Situationen immer eine Einigung geben. Und fast immer in letzter Sekunde.

Die alten Steuererleichterungen gelten weiter (wollten die Republikaner), die Steuererhöhungen für Besserverdienende (wollte Obama) kommen, aber nicht ab 250.000$ Jahreseinkommen, sondern erst ab 450.000$. Die eigentlich wegen der Defizitobergrenze fälligen Ausgabenkürzungen über alle Bereiche werden für 2 Monate ausgesetzt, um gezielter sparen zu können. Als wenn man bisher noch nicht genug Zeit gehabt hätte …

US-Kongress: Obama wirbt bei Republikanern für Haushaltskompromiss | Politik | ZEIT ONLINE

Dieter Wermuth bringt im Herdentrieb eine ziemlich interessante Gegenmeinung:

Lasst sie doch von der Klippe springen! « Herdentrieb

Er zitiert Jeffrey Sachs, der auf die viel zu niedrigen Steuereinnahmen der USA im Vergleich zu Europa hinweist. Die Sparbemühungen der Republikaner in den USA würden die Staatsausgaben der USA noch weiter drücken. Auf ein Niveau, auf dem sinnvolle Investitionen nicht mehr getätigt werden könnten.

Staatsquote in den USA: 40,4% des BIPs, in Euroland 49,5% (D: 45,2%)

Steuereinnahmen in den USA: 32,0%, in Euroland 46,2% (D: 45,0%)

Haushaltsdefizit in den USA: 8,5% des BIPs, in Euroland 3,3% (D: 0,2%, ESP: 8,0%)

Staatsschulden in den USA: 109,6%, Euroland 92,9% (D: 81,7%, ESP 86,1%)

Kurz: Die USA sehen auf vielen Gebieten deutlich schlechter aus als Europa. Dass sich die USA diese Finanzpolitik leisten können, liegt nur an der Position des Dollars als Weltreservewährung Nummer eins. Auf Platz zwei kommt übrigens niemand. Und danach irgendwann der Euro …

Update (21:04):

Die FAZ meldet übrigens 400.000 Dollar Einkommensgrenze.

Fiskalklippe: Ein nachweihnachtliches Klippenspiel – Ausland – FAZ

Und Stephan Dörner erwähnt auf Twitter eine interessant-beknackte Erklärung von CNN, warum die Republikaner jetzt (also nach dem 31.12) zustimmen können: Vom jetzt seit Jahresanfang geltendem hohen Niveau ist das neue Kompromiss-Steuerniveau eine Senkung, am 31.12 wäre es noch eine Erhöhung gewesen (also nicht akzeptabel). Und das ist als Begründung soooo bescheuert, dass ich das sofort glaube.

Pflichtlektüre für heute: Willem Buiter zu Griechenland

Ein paar Ausschnitte:

Die Austeritätsmassnahmen entsprechen mehr als 9% des BIP. Dennoch verfehlt Griechenland die fiskalischen Ziele – weil die Vorgaben idiotisch sind, nicht wegen mangelnder Anstrengung.

noch besser:

Der [griechische] Staat tut alles, was er nicht tun sollte, und nichts, was er tun sollte.

Und das alles sollte man nicht allein Griechenland vorwerfen, sondern es wird vom ersten Tag an falsch aus Brüssel gefordert. OK, es wird zwar gefordert, aber nicht eingefordert. Ich würde zum Beispiel kein Geld zur Verfügung stellen, solange Griechenland nicht neue Gesetze erlässt, mit denen die Steuersünder/-säumige zahlen müssen (und nicht einfach mit einer Klage ihre Steuerzahlung auf den Sankt-Nimmerleinstag verschieben können).

Buiter rechnet weiterhin mit einem Ausstieg (nicht Rauswurf) Griechenlands, weil das Land nach einem Wirtschaftseinbruch von 35% am Ende seiner Leidensfähigkeit angekommen ist.

Spanien kommt im Interview auch dran (“Lohnstückkosten müssen 15% runter”) und Frankreich ebenfalls (“gehört bestenfalls zum weichen Kern Europas”, “weltweit am meisten aufgeblähter Wohlfahrtsstaat, mit 57% des BIPs noch größer als in Schweden”).

Danach gibt es noch ein paar Statements zu Bankenunion, ESM und Frankenwechselkurs. Wie immer interessant.

«Griechenland wird die Eurozone verlassen» | Finanz Und Wirtschaft

Video

Die Eurokrise – Als Weihnachtsfeier und Beziehungsdrama nachgespielt.

Die Finnin ist ja wohl brillant. Zum armen Griechen: “You know what I want? Your assets!”. Haha.

Auch sonst *ziemlich* gut. Und mit Happy End. Hach.

via @TeraEuro via @TimHarford