Nokia Q02-13: Umsatz -24%, wieder mit Verlust

Aber 7,2 Millionen Lumia-Geräte, so viel wie noch nie in einem Quartal. Zum Vergleich: Apple wird im gleichen Zeitraum mit knapp 30 Millionen iPhones erwartet – bei grandios positiver Marge.

Nach 150 Millionen Verlust im ersten Quartal 2013 nun 115 Millionen im zweiten. Im Vergleich zum Vorjahrsquartal, das mit über 800 Millionen Euro in den Miesen war, wirkt das schon geradezu toll.

Der Umsatz sank weiter auf knapp 5,7 Mrd Euro, was 24% weniger als im Vorjahr war. Dabei hat die Gerätesparte (also die Handies) stärker eingebüßt (-32%) als der Rest (Location/Navteq -18%, Nokia Siemens Networks -17%). Die Mobiltelefonsparte macht inzwischen weniger als die Hälfte des Nokia Gesamtumsatzes aus.

Viel Hoffnung liegt auf den Windows Phones Handies unter der Marke Lumia. Diese konnten spürbare Absatzsteigerungen erreichen (7,2 Millionen Geräte). Im Vorquartal waren es 5,6 Millionen, im Quartal davor 4,5 Millionen. Das ist zwar ein schönes Wachstum, allerdings spült das Lumia-Geschäft selbst nach diesen Steigerungen gerade einmal 1,13 Milliarden Euro in die Kassen. Und ob dabei Gewinn übrig bleibt, ist unklar, denn die Marge gibt es nur für den Gesamtbereich und die ist leicht negativ. OK, wahrscheinlich ist eine positive Marge bei den Lumia-Geräten schon und eine negative bei den anderen. Man darf sich allerdings fragen, nwieweit das vor allem auf Hilfen von Microsoft zurückgeht …

Nokias Hoffnung liegt auf dem neuen Windows Phone Gerät mit der beeindruckenden 41-MP-Kamera (siehe dazu auch Nokia 808 Pureview Test – egghat’s not so micro blog)

Generell sieht Nokia vor Einmalkosten gar nicht mehr sooo schlecht aus. Das Geschäftsergebnis ist von Abschreibungen und Restrukturierungskosten in Höhe von 418 Millionen Euro geprägt. Gerade im Bereich “Location” gab es wieder ein mal Abschreibungen, die über ein Drittel des Umsatzes erreichen. Hier rächt sich immer noch der viel zu teure Einkauf von Navteq.

Dass es Nokia trotz des kleinen Gewinns vor Einmalkosten nicht wirklich gut geht, sieht man schön an der Shareholder Equity (in etwa: Vermögensgegenstände, die den Aktionären zuzurechnen sind). Diese ist von 2,14€ je Aktie auf 2,01€ weiter gesunken. 2011 waren das noch deutlich über 3 Euro (siehe Die Nokia-Bilanzausblutung in einer Zahl: – egghat’s not so micro blog).

Wenn ihr übrigens irgendwo lesen solltet, dass Nokia jetzt wieder mehr Cash hat und es Nokia gut geht: Stimmt nur teilweise. Denn die 1,5 Mrd. mehr Cash im Vergleich zum Vorjahr basieren auf einer Anleiheemission. Daher hat sich der Punkt “langfristige Verbindlichkeiten” dummerweise auch um 1,5 Mrd. erhöht. Der gestiegene Cashbestand spiegelt also nicht einen höheren Wert wieder. Immerhin droht Nokia aufgrund der Barreserven keine unmittelbare Pleite mehr.

http://www.results.nokia.com/results/Nokia_results2013Q2e.pdf

Update (14:53)

Wie “The Verge” anmerkt, hat Nokia mit den 7,2 Millionen Lumias mehr Geräte verkauft als Blackberry insgesamt. 

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