Microsoft mit Gewinnrückgang – Oder auch nicht

Im Vorjahr waren es 2,78$ je Aktie – abzüglich 6 Cent für das Windows Upgrade Programm und 73 Cent für einmalige Abschreibungen; macht am Ende genau 2$ je Aktie.

Dieses Jahr waren es 2,62$ je Aktie (also 16 Cent weniger) abzüglich 9 Cent für die EU-Strafen (woran man übrigens eindrucksvoll sieht, wie wenig Microsoft diese Strafen jucken) zuzüglich 5 Cent aus dem Windows Upgrade Programm. Macht am Ende 2,58$ je Aktie (also 58 Cent mehr).

Der um Einmaleffekte bereinigte Gewinn ist also um 16 Cent gefallen, der bereinigte Gewinn um 58 Cent gestiegen (was aber v.a. auf die deutlich höheren Abschreibungen im Vorjahr zurückgeht).

Auf Quartalsebene wird der Unterschied noch deutlicher:

Im Vorjahr gab es beim bereinigten Ergebnis sogar ein Minus von 6 Cent je Aktie, weil von den 73 Cent je Aktie “Rohgewinn” 73 Cent Sonderabschreibung und 6 Cent für das Windows Upgrade Programm abgezogen wurden. Dieses Jahr gab es im Schlussquartal 52 Cent, auf die 7 Cent Sondergewinn aus dem Office Upgrade Programm aufgerechnet wurden. Macht also 59 Cent “offiziellen” Gewinn je Aktie für das 4. Quartal. Also minus 6 Cent je Aktie im Q04-12 gegenüber +59 Cent dieses Jahr. Bzw. 73 Cent “Rohgewinn” vs. 52 Cent dieses Jahr. Der “laufende” Gewinn im vierten Quartal sank also kräftiger als im Gesamtjahr.

Dabei ist allerdings zu berücksichtigen, dass Microsoft auf die Surface RT Tablets satte 900 Millionen Dollar oder 7 Cent je Aktie abschreiben musste. Die Dinger liegen halt wie Blei in den Regalen und werden seit ein paar Tagen mit 150$ Rabatt auf den Markt geworfen. Selbst wenn man diese 7 Cent als einmalige Kosten berücksichtigen würde, wäre der Gewinnrückgang von 73 auf 59 Cent noch spürbar.

In den einzelnen Geschäftsbereichen bleibt die Analyse der Ergebnisse ziemlich schwierig.  Weil man nie genau weiss, in welchem Bereich sich welche Abschreibung wie niederschlägt.  Die Abschreibung auf die Windows RT Tablets scheint sich z.B. in der Windows Division und nicht in der “Entertainment + Devices”-Division ausgewirkt zu haben. Anders lässt sich der Einbruch beim Ergebnis von 2,4 auf 1,1 Mrd. Dollar nicht erklären (immer stieg der Umsatz um 7%). Der Gewinnrückgang ist aber auch noch größer als die 900 Millionen Abschreibung. Musste Microsoft vielleicht noch andere Preiszugeständnisse machen?

Die Online Services Division ist weiterhin mit 372 Mio. in den Miesen, die Vorjahreszahlen enthalten aber eine Monsterabschreibung und taugen nicht als Vergleich. Immerhin betont Microsoft einen um 2,3 Prozentpuntke gestiegenen Marktanteil der eigenen Suche in den USA, verschweigt aber den (wahrscheinlich nicht existenten) Marktanteil im Rest der Welt.

Aus den restlichen Zahlen kann ich zu später Stunde nicht mehr viel Spannendes ziehen.

Müsst ihr also selber lesen 😉 —-> Microsoft Investor Relations – Press Releases

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