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Die EZB hat bereits 2/3 der LTRO Milliarden wieder eingesammelt.

Diese “Longer Term Refinancing Operations” waren hier ja einige Male Thema (auch weil in den Medien immer die brutto zur Verfügung gestellte (hohe) Summe genannt wurde und nicht die (wichtigere) Nettosumme. Diese war halt weniger schlagzeilenträchtig) .

Die LTROs dienten zur Refinanzierung der europäischen Banken, als diese im Herbst/Winter 2011/2012 (mal wieder) aufgehört hatten, sich gegenseitig zu finanzieren. Damals kamen insbesondere die Banken in Südeuropa nicht mehr an Kredite von anderen Banken und ihnen drohte daher ein akuter Liquiditätsengpass.

Die EZB schritt als “Lender of last resort” ein und versorgte die Banken direkt mit Geld. Und zwar zu einem Festzins (der übrigens sogar automatisch sinkt, wenn der Leitzins sinkt), in unbegrenzter Höhe und mit einer ungewöhnlich langen Kaufzeit (3 Jahre, meistens sind die Geschäfte deutlich kürzer, zum Teil nur einen Tag). Damit sendete die EZB ein klares Signal an die Banken: Holt Euch jetzt Geld und zwar so viel wie ihr im Notfall braucht, dann habt ihr an die Liquiditätsfront für die nächsten drei Jahre Ruhe.

Das machten die Banken dann auch und danach entspannte sich die Lage am Interbankengeldmarkt deutlich. In Südeuropa ist die Refinanzierung der Banken zwar immer noch nicht ganz unkritisch, aber für die Mehrzahl der Banken stellt die Refinanzierung kein Problem mehr dar.

Im Zuge der LTROs besorgten sich viele Banken *richtig viel* Geld, viel mehr Geld als man zu diesem Zeitpunkt benötigte. Es steckte durch die Zinssenkungsgarantie ja auch kein Risiko darin. Das Geld legten die Banken teilweise sofort wieder bei der EZB an. Was einigermaßen seltsam war, denn für dieses angelegte Geld gab es weniger Zinsen als man für das geliehene bezahlte (eigentlich verdienen die Banken ihr Geld genau anders herum … Billig leihen, teuer verleihen).

Somit war im Prinzip klar, dass beide Seiten (Banken und EZB) ein Interesse hatten, die Geschäfte schnell wieder auf das wirklich benötigte Niveau zurückzufahren. Die EZB will die Märkte nicht unnötig mit Geld fluten, die Banken auf der anderen Seite wollen sich nicht mehr Geld leihen, als sie für die Kreditvergabe benötigen.

André Kühnlenz hat in seinem Blog Weitwinkelsubjektiv die aktuelle Lage zusammengefasst. Und die ist ganz spannend, denn die EZB und die Banken haben die gesondert zur Verfügung gestellte Geldmenge schon wieder zu zwei Dritteln abgebaut. Von den ursprünglich etwa 800 Milliarden sind nun “nur” noch knapp 300 Milliarden im Umlauf.

Alle, die damals angesichts der massiven Geldflutung Angst vor Inflation hatten, dürften inzwischen wieder deutlich ruhiger schlafen (vielleicht ist das auch der Grund hinter dem Goldpreisrückgang?). Die Inflationspanikmacher in einigen Medien sind einfach nur ruhig und weisen leider nicht auf die Entspannung (und auf ihren Irrtum) hin.

Was ich mithilfe von Andrés Posting hiermit getan haben möchte 🙂

#LTRO2: 529,5 Mrd. Euro brutto, netto deutlich weniger (272,5 Mrd) – egghat’s not so micro blog

(via Adiós, Dicke Bertha! | WeitwinkelSubjektiv)

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