Ein Bankrun bei geschlossenen Banken?

Es gibt nichts, was es nicht gibt …

Da machen wir uns Gedanken, ob der diskutierte Zugriff auf die eigentlich versicherten Bankeinlagen in Zypern einen Bankrun in Spanien etc. auslösen könnte …

Und wo findet er tatsächlich statt? In Zypern … Da wo die Banken offiziell geschlossen sind, Kapitalverkehrskontrollen  eingeführt wurden und die ganzen armen Zyprer nur an maximal 260€ pro Tag ihres Girokontos kommen …

Die Großanleger hingegen ziehen anscheinend fleissig ihr Geld ab. Man muss die Überweisungen zwar begründen, aber die zyprische Notenbank scheint ziemlich großzügig abzunicken. Die Verpflichtungen der Notenbank gegenüber dem Ausland sollen in der letzten Woche pro Tag 100 bis 200 Millionen Euro stärker gestiegen sein als üblich. Dahinter könnten Kapitalabflüsse von mehreren Milliarden stecken.  

Man man man, EU bist du doof … Den Euro auf’s Spiel setzen … Und dann die Leute, die man eigentlich erwischen will (die pösen russischen Oligarchen), erwischt man nicht … Friedensnobelpreisträger, aber gehirnamputiert …

Entscheidung in Nikosia: Auffällig hohe Geldabflüsse aus Zypern – Zypern – FAZ

Update: (27.03.13):

Die Geldabflüsse sind inzwischen von mehreren Seiten gerüchtet bis bestätigt worden. Jetzt soll es eine Untersuchung geben. Interessanterweise stehen nicht wie zuerst vermutet die großen Geldanleger im Verdacht, sondern Beamte der (Noten-)bank und der Aufsichtsbehörden.

Bankenschließung in Zypern: Zyperns Präsident will Geldabflüsse der Beamten unter die Lupe nehmen – Zypern – FAZ

Update 2 (29.03.13):

Vielleicht war es alles noch viel einfacher …

Die zyprischen Banken hatten nämlich im Ausland zumindest teilweise geöffnet:

Hinweis an unsere Kunden in Zypern: Die Londoner Filialen sind noch offen. | Eyb & Wallwitz Blog

(kann die Nachricht nicht verifizieren, wundern würde mich sowas allerdings nicht …)

Update 3:

Die Sachlage der Londoner Niederlassungen der zyprischen Banken ist offensichtlich gar nicht so einfach zu erklären (ich verstehe es auf jeden Fall nicht …)

Die Banken waren offen, aber angeblich kam man nicht an Gelder oberhalb der 100.000 € Marke, sagte die Bank of Cyprus zuerst.

Noch verwirrender wird es, wenn man die nachfolgende Aussage dazu nimmt: 

Die Bank of Cyprus UK wäre eine Bank unter UK-Recht, sprich gar nicht betroffen von der Geschichte in Zypern und vollständig versichert …

Cyprus banks stay open in UK, savers protected – Economic Times

OK, verwirrend. Aber zusammengenommen sieht es *nicht* so aus, als hätte man in London einfach Geld von einem zyprischen Konto abheben können.

Update 4:

Der Guardian hat’s auch gehabt:

UK Laiki Bank customers told ‘it is business as usual’ | Money | guardian.co.uk

Es sieht so aus, als wären die Niederlassungen in Großbritannien rechtlich unabhängig, zumindest was die Kundeneinlagen angeht, und nach UK-Recht vollständig gesichert. Man konnte mit einer Geldabhebung in London NICHT Geld aus Zypern abziehen.

Danke an Andre Kühnlenz von WeitwinkelSubjektiv für die Links.

Update 5:

Wer das jetzt komisch findet .. Als Lehman Brothers in den USA spektakulär die Grätsche gemacht hat, waren die Einlagen bei der deutschen Tochter Lehman Bank auch über den deutschen Einlagensicherungsfonds versichert (dem übrigens das nötige Kleingeld fehlte … Die wunderbare Welt der Wirtschaft!: Lehman Geschädigte bekommen Geld).

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