Oh, geil. Starbucks ist gar kein böser Steueroptimierer.

In Großbritannien ist Starbucks relativ früh als Steueroptimierer an den Pranger gestellt worden. Dabei unterscheiden sich die Praktiken nicht wirklich von denen bei Google, Microsoft, Apple und Amazon. Da ich zu Starbucks bisher noch nichts geschrieben habe, hole ich das mal nach.

Heute gab es eine Anhörung von Starbucks im Finanzausschuss des deutschen Bundestags. Dabei betonte Starbucks (obwohl nicht vor Ort, man reichte die Stellungnahme nur schriftlich ein), dass man sehr wohl Steuern zahle. Und zwar mehr als 19 Millionen in den letzten drei Jahren. Das macht gut 6 Millionen pro Jahr. Auf 161 Filialen, ok rechnen wir mal mit 150 im Dreijahresdurchschnitt (der Laden wächst ja, auch wenn ich nicht weiss warum) macht das 40.000 Euro Gewinn pro Jahr. Könnt ihr Euch bei den Preisen (5,50€ für etwas Kaffee auf viel Eis) nicht vorstellen? Na gut, ich auch nicht.

Und jetzt der eigentliche Clou – Steuern definiert Starbucks als “Steuern und Abgaben” u.a. an “Sozialkassen und als Unternehmenssteuer”.

Steuern an Sozialkassen?

Was noch? Der Arbeitgeberanteil der Krankenkasse gilt als Steuerzahlung? Was labert Starbucks da für eine Grütze?

In der Frage ging es konkret um die Versteuerung der Gewinne. Dass Starbucks mit solchen Nebelkerzen um sich wirft, zeigt nur,  dass Starbucks natürlich keine Steuern bezahlt und die Gewinne – wie die anderen oben genannten US-Konzerne auch – über Lizenzzahlungen und den Double Irish – Dutch Sandwich aus Europa in Steueroasen transferiert.

Bin gespannt, ob der Bundestag am Thema dranbleibt. V.a. auf die Niederlande und Irland einwirkt, dass dieses Schlupfloch geschlossen wird. Aber mächtige Interessen sind dagegen. Als Irland pleite war, hätte die Rest-EU alle Möglichkeiten gehabt. Aber konnte nicht oder wollte nicht. Aber heute wieder über die Steueroase Zypern meckern wenn man vor 4 Jahren in Irland auch nichts dagegen gemacht hat …

Steuerschlupflöcher: Starbucks weist Vorwürfe zurück – Handel Dienstleister – Unternehmen – Handelsblatt

Update:

Zu Starbucks gibt’s einen schönen Hintergrundartikel in der SZ:

Starbucks – Kaffee vermarkten, Steuern sparen – Wirtschaft – Süddeutsche.de

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