Liebe Journalisten: Gibt es Rabatte nur für Politiker? Und für Euch nicht?

Natürlich gibt es sie … Beweis:

Quelle: DJV Hessen-Thüringen Juni 2012 (PDF) Seite 31

Ich will nicht verschweigen, dass das Ganze auch von einigen (vielen?) Journalisten kritisch gesehen wird. Aber es gibt die Rabatte eben auch für Journalisten und sie könnten sie nutzen. Sprich: Die Journalisten sitzen im gleichen Glashaus und befinden sich mitten drin im Hauen und Stechen der Parteien, die sich gegenseitig vorwerfen, dass der andere wegen irgendwelcher Rabatte von Versicherungen nicht mehr unabhängig wäre.

Dabei machen das SPD, CDU, FDP, IG Metall, Verdi, Deutscher Journalisten Verband, Handwerkskammern und wahrscheinlich jedes zweite große deutsche Unternehmen für seine Angestellten/Mitglieder …

Ihr sitzt alle im gleichen Glashaus … Und wenn ihr über Politiker- bzw. Parteimitgliederrabatte könnt ihr ruhig einen Disclaimer druntersetzen, in dem ihr darauf hinweist, dass das bei Euch Journalisten nicht wirklich anders ist.

Vergünstigungen für Parteimitglieder – Politik – sueddeutsche.de

Rabattvertrag zwischen Axa und CDU – “Die Union gibt ihre politische Unabhängigkeit auf” – Politik – sueddeutsche.de

Krankenkassen-Rabatte auch für SPD und FDP – Nachrichten Print – DIE WELT – Politik (Print DW) – DIE WELT

Generell halte ich das Ganze für ziemlich unkritisch, weil die Gruppenangebote für Parteimitglieder sich nicht wesentlich von den Tarifen unterscheiden, die anderen großen Organisationen unterbreitet werden … Ich kann mich ja beim Thema “Korruption“ leicht aufregen, aber in diesem Fall eher nicht … 

Update (01.11.12):

Zum Thema Glashaus und Steine werfen passt auch das (auch wenn es mit Steinbrücks Redeprämien eigentlich um etwas anderes geht):

Steinbrücks Nebeneinkünfte veröffentlicht – Plötzlich ist da nur noch Schweigen – Politik – sueddeutsche.de

Schön, dass die Süddeutsche mal nachhakt und sich fragt, was Döring (FDP) und Dobrindt (CSU) jetzt sagen, wo Steinbrück alles offen gelegt hat. Und auch, wo die eigenen Offenlegungen denn so bleiben …

Und die Frage würde natürlich auch an die Journalisten gehen. Meldet ihr Eure Einkünfte für Reden auf irgendwelchen Kongressen?

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