Nils Minkmar mit einem Plädoyer für mehr und ein kreativeres Europa

Ein konkretes Beispiel:

Man sieht das sehr gut am überschaubarsten dieser Probleme: der Steuerflucht. Es gab den politischen Willen aller wichtigen Industriestaaten, diese zu bekämpfen. Es gibt einen entsprechenden gesellschaftlichen Konsens. Und doch blüht und gedeiht der Hinterziehungshandel und -tourismus heftiger denn je. In Frankreich hat sich der Autor Antoine Peillon des Themas angenommen und einen Bestseller geschrieben über jene „600 Milliarden, die Frankreich fehlen“. Dafür hat er mit den Methoden des investigativen Journalismus die Praktiken der Schweizer Großbank UBS untersucht. Er kam einem System der organisierten Steuerhinterziehung auf die Spur. Die Kreativität der Geldverstecker kennt keine Grenzen, ganz im Gegensatz zu den Ermittlungsbehörden, für die schnell Schluss ist. Es fehlt auch gar nicht an den technischen Möglichkeiten, die Wege des Geldes zu kontrollieren, wohl aber an der politischen Entschlossenheit. Fiskalpolitisch gleicht Europa einem Sieb, es macht sich viel ärmer, als es ist.

Ich hätte zum Beispiel darauf gewettet, dass Irland seinen Steueroasenstatus (schlage nach beim durchschnittlichen Steuersatz von Google oder Microsoft in Europa) spätestens mit dem Schlüpfen unter den Euro-Rettungsschirm aufgeben muss. Passiert ist hingegen nichts 😦

Europa ist weder arm noch überschuldet, noch politisch unmündig, sondern träge und einfallslos. 

Tja, wer verpasst Europa den nötigen Tritt in den Hintern?

Ein Plädoyer: Früher war mehr Europa – Europas Zukunft – FAZ

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