Monatsarchiv: Juni 2012

Bild

(via How we die (in one chart))

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Zum 60. der Bild bringt Niggemeier den passenden Text

Den aus der FAS von vor zehn Jahren zum 50. Geburtstag.

Bewusster kann einem nicht werden, wie wenig sich die Bild geändert hat …

50 60 Jahre “Bild” « Stefan Niggemeier

Eurozone beschließt Wachstumspakt (1% des BIPs)

Das macht dann

130.000.000.000 (130 Milliarden) Euro.

Alles andere (außer der Summe) ist unklar. Darunter solche Details wie:

Woher kommt das Geld (ist es neues Geld oder wie bisher nur umgewidmetes)?

Ist das eine Summe, die über zig Jahre gestreckt wird oder kommt das alles auf einen Schlag und wirkt schnell?

Wofür soll das Geld ausgegeben werden?

Und vielleicht am wichtigsten: Wo soll das Geld ausgegeben werden? Mit der Gießkanne oder konzentriert vor allem in Griechenland?

Naja, Hollande hat jetzt sein Wachstumspaket und Merkel wird wie bisher dafür sorgen, dass ein großer Teil der Summe kein wirklich neues Geld sein wird.

Alle haben einen politischen Erfolg eingefahren, aber bewirken wird es (nahezu) nichts 😦

European Leaders Agree to Growth Plan Worth 1% of Euro Bloc GDP – Bloomberg

Update (17:54):

Bei der FAZ gibt’s gute Berichterstattung dazu:

Vierergipfel: Regierungschefs verkünden Milliarden-Wachstumsprogramm – Europas Schuldenkrise – FAZ

Und meine schnelle Ersteinschätzung, dass es wahrscheinlich nur um wenig neues Geld geht, war nicht so falsch. Aus den Regional- und Kohäsionsfonds der EU könnten bis zu 70 Milliarden kommen (die (noch) nicht abgerufen wurden oder nicht abgerufen werden konnten, weil die Zielländer den Eigenanteil nicht schultern können). Außerdem hat die Europäische Investitionsbank angekündigt, mit “nur” 10 Milliarden Euro neuen Mitteln bis zu 60 Milliarden neuer Kredite vergeben zu können. Bingo: 130 Mrd. Wachstumspaket (Hollande freut sich) bei nur 10 Milliarden Euro Kapitaleinsatz (Merkel freut sich). Politik halt …

Update 2 (18:37):

Die FTD nennt das Wachstumspaket direkt Placebo.

Euro-Krise: EU-Granden beschließen Wachstums-Placebo | FTD.de

D: ifo 06/12: 105,3 (-1,6 Vm, -9,2 Vj)

Das Geschäftsklima in Deutschland trübt sich weiter ein. Zwar war das Minus nicht so dramatisch wie im Mai (-2,9 Punkte), allerdings ist der Rückgang von 1,6 Punkten auch nicht gerade klein.

In den Details lässt sich sehen, warum der Index vergleichsweise stabil blieb. Die Einschätzung der aktuellen Lage erholte sich nach dem Einbruch im Vormonat (-4,3 Punkte) sogar weder leicht (+0,7 auf 113,9). Die Einschätzungen der Zukunft wurden hingegen weiter reduziert. Nach dem Minus von 2,5 Punkten liegen die Erwartungen mit 97,3 nun unter der 100er-Marke, die Wachstum von Schrumpfung trennen soll.

Dass in den Erwartungen aber häufig viel Psychologie steckt, zeigt ein Rückblick auf den letzten Herbst. Auch damals notierte der Erwartungsindex 4 Monate lang unter der 100er-Marke, ohne dass die deutsche Konjunktur anschließend abgesoffen wäre. Im Gegenteil: Im ersten Quartal 2012 gab es ein BIP-Plus von 0,5%. Damit war meine Rezessionswette II im Prinzip schon gegessen …

Trotzdem: Nach dem schwachen PMI gestern der zweite Frühindikator, der das Übergreifen der Rezession in Europa auch auf das (bisher verschonte) Kernland Deutschland andeutet …

ifo Geschäftsklima Deutschland – Juni 2012 (PDF)

Wenn ihr mal wieder den Glauben an die Menschheit verliert

Einfach das noch mal anschauen:

21 Pictures That Will Restore Your Faith In Humanity

Bookmarken für schlechte Zeiten.

via @m106

Moody’s mit Downgrade des halben Finanzsektors

Teilweise um drei Stufen (Credit Suisse). Banken mit Doppel-A sind jetzt schon ganz ganz selten …

Bank of America: Baa2 nach Baa1

Barclays: A2 nach Aa3

BNP: A2 von Aa3

bNL: Baa2 von A2

Fortis: A2 nach A1

Citigroup: Baa2 nach A3

Credit Suisse: A2 von Aa2

Credit Agricole: A2 nach Aa3

Credit Lyonnais: A2 nach Aa3

Credit Suisse: A1 nach Aa1

Deutsche bank: A2 nach Aa3

Goldman Sachs: A3 von A1

HSBC: Aa3 von Aa2

JPMorgan: A2 von Aa3

Morgan Stanley: Baa1 von A2

RBC: Aa3 von Aa1

RBS: A3 von A2

Société General: A2 nach A1

UBS: A2 nach Aa3

Statement

Warum der Einbruch des Einkaufsmanagerindex gut ist

Weil Merkel jetzt vielleicht aufwacht.

Nur wenn die deutsche Industrie nicht scheinbar unverwundbar immer weiter exportiert, obwohl in Südeuropa die Konjunktur zusammenbricht, hat diese Information eine Chance, bis ganz oben zur Mutti durchzudringen.

OK, das ist jetzt eine superoptimistische Interpretation einer schlechten Nachricht. Aber der Grund dafür ist einfach: Ich habe die Hoffnung aufgegeben, dass Merkel aus irgendeinem anderen Grund von ihrer Sparpolitik Abstand nehmen könnte.

48,5 (-0,8 Punkte gegenüber dem Vormonat) sind jetzt schon deutlich unter der 50er-Marke, die Wachstum von Rückgang trennen soll.  Der Wert ist der niedrigste seit drei Jahren.

Die Aussagekraft des Indikators ist ziemlich gut. Blau der PMI, orange das BIP:

Markit Flash Germany PMI (PDF)

Der Einkaufsmanagerindex der gesamten Eurozone blieb hingegen stabil, trotz des negativen Einflusses des deutschen Subindexes. Er liegt allerdings auch nur noch bei 46,0 Punkten und damit bereits tief im Rezessionsbereich.

Markit Flash Eurozone PMI