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Die Krise ist zurück. Zweimal hat die EZB die dicke Berta gefeuert, zweimal hat es geholfen. Zweimal aber auch nicht sonderlich lange.

Zwar liegen die Renditen in Spanien noch etwas, in Italien deutlich unter den Hochs aus dem November 2011, aber der Trendwende zum negativen ist eindeutig. Die Risikoprämie gemessen an den Preisen für Kreditausfallversicherungen (CDS) zeigen das auch deutlicher. Spanien liegt hier nur noch ganz knapp unter den bisherigen Hochs (gestern wurden auf Twitter bereits neue Rekorde gemeldet, die sehe ich aber bei Bloomberg nicht). Italien hat noch etwas mehr Luft, aber auch hier werden die Marktteilnehmer wieder  spürbar nervöser.

Heute (im Chart (der große ganz oben) noch nicht sichtbar) schwappte die Zurückhaltung auch nach Deutschland. Gestern kratzte die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe noch im Nachkommabereich am Allzeittief von 1,632% vorbei, weil die Anleger Sicherheit suchten. Heute gab es aber eine sehr schwache Versteigerung, bei der nicht wie geplant Bundesanleihen (10 Jahre Laufzeit, 1,75% Zinsen) im Wert von 5 Milliarden Euro, sondern nur knapp 3,9 Milliarden verkauft werden konnten. Dass bei der Auktion weniger verkauft wird als angeboten wird, ist durchaus üblich und keine besondere Nachricht (wir hatten das Thema schonmal hier). Die Bundesbank hält häufig Anleihen für die spätere Marktpflege zurück.

Was aber dieses Mal wirklich überrascht: Das Verhältnis von verkaufter Menge und Geboten der Banken lag nur bei 1,1 (man nennt das Bid-Cover-Ratio). Das ist sehr niedrig! Und dabei ist es eigentlich noch falsch berechnet. Man setzt ja nur Angebot und Nachfrage ins Verhältnis, nimmt dabei aber das verkaufte Angebot, also NACH Abzug der zurückgehaltenen Menge. Man nimmt also das Volumen (knapp 3,9 Mrd. Euro), das verkauft wurde und die Gebote (etwa 4,1 Mrd.) und kommt so auf ein (positives) Verhältnis von 1,1. Auf das wirkliche Angebot von 5 Mrd. wäre das Bid-Cover-Ratio unter 0,8 gewesen.

Eine Versteigerung von Bundesanleihen, bei denen weniger Angebote eingingen als verkauft werden sollte? Ich kann mich nicht daran erinnern … (FTD_Wunder hatte mal eine Grafik dazu, ich finde die aber nicht wieder …)

Update (14:24):

Ich habe die Grafik nicht wiedergefunden, aber immerhin den Datenpunkt aus dem letzten Höhepunkt der Krise im letzten Spätherbst. Auch damals gab es ganz in der Nähe des Renditetiefs der Bundesanleihen eine Versteigerung, bei der das echte Bid-to-Cover-Ratio unter 1 lag (0,94 um genau zu sein).

Das war übrigens ein ziemlich guter Zeitpunkt, um auf einen fallenden Bund-Future zu spekulieren …

FT Alphaville » Bund-watching

Update 2 (22:19):

Hier noch eine Einschätzung des WSJ Deutschland dazu:

Europas Banken wird das EZB-Geld knapp – Wallstreetjournal.de

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